im Alltagsvers

© Otto Pötter

 

Bild privat: Himmel und Erde (Cameron Highlands Malaysia 2025)

 

Ich bin dein Gott, dein Schutz und Schild,
beachte das, was jeher gilt.
Halte dich in gutem Lote
durch diese, meine Zehn Gebote:

1. Vergötter keine Macht der Welt;
lass treu mich dir zur Seite stehn.
Ich bin dein Gott, der dich erhält,
mit mir wirst du nie untergehn.

2. Halt mich im Leben treu in Ehr‘,
bekenne achtsam meinen Namen.
So offenbart sich immer mehr
der Sinn. Sag du dazu dein Amen.

3. Verrenn dich nicht im Übermaß
in Arbeit, Stress oder Klimbim.
Tu gern auch für die Seele was,
drum sei der Sonntag dir Gewinn.

4. Seid einander zugetan
als Vater, Mutter und auch Kind.
Nehmt gern euch auch mal in den Arm,
so dass es mit der Liebe stimmt.

5. Halte an dich, niemals morde!
Leben ist das höchste Gut.
Achte Pflanzen, Tiere, Worte;
sei auch vor Rufmord auf der Hut.

6. Breche nicht den Ehebund
durch lüstern-zügellöse Gier.
Halt dich fern von Tand und Schund,
bewahre dir dein Ehrgespür.

7. Lass liegen, was dir nicht gehört,
das raubt ineins dir Glück und Ruh‘.
Auch Raffgier ohne Rücksicht stört
und macht kaputt mit jedem Coup.

8. Dein Wort sei ehrlich stets und klar,
nicht lügnerisch, auch nicht gerissen.
Ist das, was du sagst, fair und wahr,
belastet ’s auch nicht dein Gewissen.

9. Sei vor Begehrlichkeiten auf der Hut.
Der Geiz stößt ab durch Unmanier.
Wem nie genug ist Geld und Gut,
vertreibt Zufriedenheit durch schnöde Gier.

10. Nicht alles was da lockt, macht froh,
schon nicht in Sodom und Gomorra.
Allemal ist’s besser so:
Ora et labora.

© Otto Pötter

 

Emma Pötter (1926 – 2003): Sommerabend an der Ems, Aquarell 1980

 

Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,
Sinn und Beharrlichkeit.

Sie braucht etwas Schönes,
das empor sie hebt.
Sie braucht den Frohsinn,
solange sie lebt.

Sie braucht Orientierung,
für Gott bereit,
zum Lauschen und Ahnen
der Ewigkeit.

© Otto Pötter

 

Bild: pixabay

 

Zufriedenheit auf jeden Fall
erscheint nicht gleich in einem Schwall.
Sie regnet immer tropfenweise,
geht unsichtbar oft auf die Reise.

Sie unbedingt dir zu erzwingen,
wird dir zu keiner Zeit gelingen.
Willst du sie dir zu eigen machen,
so achte auf ein Kinderlachen;

den Stern am dunklen Firmament,
den niemand hier mit Namen kennt;
ein Lied, das mit dem Wind verweht,
ein Mensch, der deinen Schmerz versteht;

die Liebe, die du andern schenkst,
ein Danke, das du heimlich denkst.
Zufriedenheit im Alter blüht,
wenn man ums Gute sich bemüht.

© Otto Pötter

 

Bild: pixabay

 

Nein, Popocatepétl nicht,
auch Chichicastenango nicht,
das schwerste Wort wohl, weit und breit,
ist schlicht und einfach
Dankbarkeit.

© Otto Pötter

 

Bild: Bennet Pötter – 2022

 

Schafft Ruhe Klarheit auch und Kraft,
folgt aus der Mitte Meisterschaft.
Denn Ruhe festigt uns‘re Schritte
und führt sie auf den Weg zur Mitte.

Was nicht die Mitte zielt, entzweit.
Damit kommt keiner weit.