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Auf den ersten Blick
hilft nur der zweite

Aphoristische Betrachtungsweisen

 

Zeichnung: Knut Kargel

Sätze, die es in sich haben

 

„Ich, ein Wir-Aphorismus“ – wer würde nicht stutzen bei diesem Satz des Philosophen Manfred Hinrich (1926 – 2015). Ein Satz, der es in sich hat. Und doch sperrt sich dabei etwas im Kopf. Aphoristische Betrachtungsweisen erschließen sich uns erst auf den zweiten Blick.

     Nun müssen uns Sätze, die es in sich haben, nicht immer gleich philosophisch zuzwinkern, sie können auch unmittelbar zünden. Dann könnte es sofort losgehen! Also los: Was mit Rucki nicht geht, geht mit Zucki. Bevor jedoch die Pferde mit uns durchgehen, Stopp. Auf den ersten Blick hilft nur der zweite – das könnte besser sein, als nachher noch mal von vorn beginnen zu müssen. Auf den zweiten Blick wirken auch noch Worte, die es in sich haben. Also: Wäge deine Worte, denn Worte wirken weiter. Wie wir reden, so leben wir.

     Als Dichter „verdichte“ ich Worte durch Ausdruck und Metrik (rhythmischer Versauf-bau) so, dass sie durch eine besondere Intensität wirken; als Schrift-steller stelle ich das Geschriebene mit Bedacht so in Satzzusammenhänge, dass beim Lesen möglichst viele Sinne angesprochen werden. Nehmen wir nur das Wort Heimat oder Nation. Indem unbewusst bei Heimat Behaglichkeit mitschwingt, suggeriert Nation Trompetengeschmetter. So oder so werden wir darauf auch gleich unterschiedlich reagieren. Erstaunlich, oder? Man könnte auch sagen „witzig“, was gar nicht abwegig wäre.

     So schrieb einst Goethe (1749 – 1832) vor einer schweren Entscheidung seinem Freund Eckermann, dass er vor einer Entscheidung erst noch „seinen Witz“ befragen wolle. Im Moment erschiene ihm alles weiterhin zu sperrig. Toll, zeigt es doch, dass nahezu alle klugen Menschen auch einen feinen Humor haben. Sie schießen eben nicht gleich so aus der Hüfte, sondern wägen ihre Worte. Entsprechend sind aphoristische Betrachtungsweisen auch oft witzig; denn sie stellen dem prätentiösen Ich ein Beinchen und – Hoppla – schon sieht da auf den zweiten Blick einiges anders aus. Es zeigt sich, dass Sprache mehr ist als artikulierte Information, von der sogenannten KI ganz abgesehen. 

     Was uns als Menschen über alle Technik hinaus auszeichnet, ist eine Erkenntnisfähigkeit in einem höheren Sinn, ein Denkvermögen, das in seinen Deutungsprismen durch Ansicht, Einsicht, Übersicht und Weitsicht den Ich-Horizont sprengt. Was ich empfange, kommt ungefragt zumeist irgendwo her, unabhängig davon, wie ich es verarbeite und damit umgehe.

     Über mich selbst hinaus wirkt Wunderbares auf mich ein, was darauf wartet, durch mich modifiziert zu werden. Gabe ist Aufgabe zugleich, wobei der Ursprung der Gabe überwiegend jenseits meiner Erkenntnisfähigkeit liegt. Was dabei von mir ausgeht, wirkt ebenso weiter – vom Ich über das Du zum Wir. Ja: „Ich, ein Wir-Aphorismus.“ Das geht so weit, dass im Wort Geschöpf bereits Schöpfung und Schöpfer mit enthalten sind. Für jeden einzelnen bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Da möchte durch uns etwas (neu) werden, was zuvor näherer Betrachtung bedarf. Da hilft auf den ersten Blick nur der zweite. Dann kann schon mal ein Satz große Sätze ermöglichen.

     In meinen Seminaren machte ich öfter sehr hilfreiche Erfahrungen mit solchen Sätzen, die es in sich haben. Oft ergaben sie sich einfach so aus dem Zusammenhang. Das führte zu Lichtblicken, die wie Sternschnuppen der Seele plötzlich alle bereicherten und neu motivierten.

     Irgendwann begann ich damit, diese Erkenntnisse und Betrachtungsweisen, die mir zwar eingefallen, nicht selten aber auch zugefallen sind, aufzuschreiben und zu sammeln; sie wären sonst weg. Obwohl ich die Texte formulierte, kristallisierten sich die meisten Sentenzen aus Themen, die sich während der Seminararbeit aus der Gruppendynamik heraus im Brainstorming ergaben (kreativitätsförderndes Unterrichtsformat, das auf spontane Einfälle setzt). Mit Anthony de Mello (1931 – 1987) gesprochen, sah und sehe ich meine Rolle denn auch mehr als die eines Webers und Färbers, der an Stoff und Faden keinen Verdienst hat. Über das Gewirke freue ich mich nichtsdestoweniger und hoffe, dass viele Menschen Freude daran haben.

     Entsprechend meiner Seminarinhalte, gemäß der sinnzentrierten Logotherapie nach Viktor E. Frankl (1905 – 1997), versuchte ich dem Ganzen Struktur zu geben und die Aussagen und Aphorismen den fünf relevanten Inhalten meiner Seminararbeit zuzuordnen. Daraus ergab sich die nachstehende Sammlung.

Otto Pötter
Pfingsten 2023

Die fünf relevanten Lebensbereiche

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  1. Arbeit – Leistung – Tätigsein
    Bereich des Verstandes – Flucht in die Arbeit
     
  2. Gemeinschaft – Kontakt – Ich, Du, Wir
    Bereich der Identität und Tradition – Flucht in die Geselligkeit oder Isolation
     
  3. Liebe – Geborgenheit
    Bereich der Sinne – Flucht in die Krankheit
     
  4. Werte – Ethik, Sitte und Moral 
    Bereich der Ordnung und Struktur – Flucht in Verstiegenheit und Egozentrik
     
  5. Glaube – Sinn, Zuversicht und Gottvertrauen
    Bereich der Intuition und Transzendenz – Flucht in Illusion und Wahn
     

Es geht nicht darum, alle Bereiche gleichsam zu meistern; es geht darum, die Bereiche nicht außer Acht zu lassen, den einen oder anderen Komplex immer mal wieder näher zu betrachten

Leistung – Tätigsein

Das Leben als Werdegang – Von der Pflicht zur Kür

Die Verwendung dieser Zitate und Aphorismen in Print- oder sozialen Medien wie auch für private Zwecke nur unter ©-Angabe des Autors

Bild: pixabay

It’s your world,
your chance to make it better.

Die Welt ist nicht heil,
aber immer ein Stück heilbar.

Gute Sprüche, weise Lehren,
muss man üben, nicht nur hören.

Erst auf den zweiten Blick gesehen,
zeigt sich klarer manch Geschehen.

Wer immer nur recht mäßig lebt,
lebt sooo rechtmäßig auch wieder nicht.

Erst die Zuversicht schenkt durch Gelassenheit die Erkenntnis,
dass sich die Einzelheiten um eine Mitte ordnen,
auf die hin das Ganze komponiert ist.

Es gibt keine Eigenschaften außerhalb unserer selbst.
Alle äußeren Vorgänge haben vom Wesenszug her
ihre jeweilige Entsprechung in unserem Inneren.

Gedanken und Wünsche sind Kräfte, die die Welt gestalten oder verunstalten,
die heil oder unheil machen, uns und andere erfreuen oder kränken.
Es liegt an uns, ob wir uns für das Leben begeistern
oder anderen Menschen mit unserem Missmut das Leben verderben.

Identifikation bedeutet,
dass die im Geschehen handelnden Figuren
in mir nicht nur lebendig werden, sondern damit zugleich auch
latent meine Verantwortungsbereitschaft hinterfragt wird.

Wer weiß, dass er gebraucht wird, tut sich leichter im Leben.
Dafür ist keiner ist zu alt,
denn für Sinnverwirklichungen gibt es kein Rentenalter.

Die Hektik im Alltag
ist weniger schicksalshaft, als die Ursache der Hektik.

Was mich jetzt bewegt,
möchte auch jetzt gestaltet sein.

Digitalisierung ist nicht alles,
denn die Landkarte ist nicht die Landschaft.

Wandlung durch Handlung.

Ich möchte nicht nur einiges verstehen,
ich möchte auch gerne
einiges verständlich machen.

Es gibt Feststeller und Absteller.

Lebe, wie du schon immer gerne leben wolltest.

Wie schal wäre das Leben,
ohne die Lust am Schönen.

Kultur zeigt sich in der Art und Weise,
wie der Geist sich lichtet.

Die Höflichkeit
schmückt den Eingang des Hauses.

Die Bescheidenheit
scheidet Sinn vom Unsinn.

Begehrlichkeit erstickt das Gefühl
für das wirklich Wichtige.

Das beste Bildungsferment
ist der Blick auf die Folgen.

Ein Satz als Vorsatz ist ein guter Ansatz.

Mit Herz und Sinn wird jedem klar,
ohne Zweifel ist das wahr:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
gern darf’s auch etwas mehr noch sein.
Drum, wer zum Geben ist bereit,
der fördert Glück und Menschlichkeit.

Haben wir das Gefühl,
etwas über uns selbst hinaus zu tun,
belohnt uns das Leben.

Wenn das Gute lockt,
kann das Böse nicht schrecken.

Sein und Sinn
sind nicht voneinander zu trennen,
beiden gemein aber ist das Sollen.

Sollen heißt,
mit einem individuellen Ziel
dem Ganzen etwas schuldig zu sein.

Beim Sollen
ist das Können mit zu berücksichtigen.

Man soll nicht
ein junges und ein altes Pferd
vor denselben Wagen spannen.

Eine geprüfte Überzeugung wirkt doppelt.

Starke Ziele und feste Absichten
verhindern die Sorge,
auf Treibsand zu bauen.

Jeder Augenblick hat es in sich.

Hinter jeder Klage
steckt ein blockiertes Wertebewusstsein.

Ein starkes Wofür
überwindet jedes Warum.

Man kann nicht nicht wählen

Durch das Gewissen
ist unser Denken und Tun
an einen höheren Sinn gebunden.

Angst zerbricht
an glaubensstarker Zuversicht.

Vergangenheit ist Geschichte,
Gegenwart ist Aufgabe.

Es reizt, etwas Außergewöhnliches zu vollbringen;
das Gewöhnliche aber
außergewöhnlich gut zu vollbringen,
das ist Alltagskunst.

Lebenskunst zeigt sich darin,
auf einen bitteren Eindruck von außen
mit einem sinnstiftendden Aufbruch von innen heraus
zu reagieren.

Nicht selten ist es das Scheitern,
was gescheiter macht.

Kleine Schritte sind besser
als keine Schritte.

Was nicht in der Mitte aufgehängt ist,
hängt schief.

Will der Kopf zwei Schritte tun,
stolpert das Herz.

Empfangen und Geben
sind zwei Seiten einer Medaille.
Darum sind Danke und Bitte
die Schlüsselwörter gelingenden Lebens.

Es ist nicht die eigene Kraft,
es ist eine verliehene Kraft,
aus der wir leben und wirken.

Das Unsichtbare ist Ursache,
das Sichtbare Wirkung.
Das Unsichtbare ist beständig,
das Sichtbare vergänglich.

Werden ist Selbsttranszendenz;
es wird etwas mehr
durch Wahrnehmung und Möglichkeit.

Ein Schiff wird für das Meer,
nicht für den Hafen gebaut.

Die entscheidende Frage lautet nicht:
„Was ist für mich gut?“, sondern:
„Wofür bin ich gut.“

Wird die Zukunft
nicht zum tätigen Auftrag,
fehlt der Zukunft die Zukunft.

Wir haben nicht einfach Zukunft,
wir sind Zukunft.

Zähle nicht jede Runde,
sorge dafür, dass jede Runde zählt.

Auch bei Wolkenkratzern
fing es mit dem Keller an.

Da, wo wir sind,
ist der Ort, wo wir anzufangen haben;
nicht da, wo wir sein möchten.

Wer etwas will, findet Wege,
wer etwas nicht will, findet Gründe.

Auf einem schwankenden Schiff
fällt um, wer stillsteht.

An Schicksalskräfte
bleiben wir solange gekettet,
bis wir sie umgewandelt haben.

Wem du die Schuld gibst,
dem gibst du die Macht.

Nichts ändert sich,
außer ich ändere mich.

Des Teufels liebstes Möbelstück
ist die lange Bank.

Verantwortung heißt:
Welche Antwort gebe ich
auf die mir gegebenen Lebensumstände?

Wollen kann man viel. Die Frage ist,
woran sich der Wille orientiert.

Nicht nur wiederholen,
auch mal überholen.

Schon wie einer in den Sattel steigt,
sieht man, was für ein Reiter er ist.

Lieber alt sein und jung aussehen,
als jung sein und alt aussehen.

Die Leistung formt und normt.

Viele können viele Lieder,
doch können nur wenige auch gut singen.

Wenn eitle Leute singen,
was singen sie da?
Sie singen von großen Dingen –
und doch ist’s nur Tralala.

Der Weg zur Wahrheit
ist mit vielen Irrtümern gepflastert.

Bessere Einsichten
schaffen bessere Aussichten.

Was sollen Uneinsichtige mit Brillen?

Es gehört viel Gewissenhaftigkeit dazu,
um ehrlich festzustellen,
ob man eitel oder selbstbewusst
oder gar bange oder zu faul ist.

Erfolgreich werden und bleiben nur jene,
die aus Begabung Kompetenz entwickeln.

Risiko ist besser als Reue.

Gebet aus der Tiefe: Bitte gib mir Stärke!
Stimme von oben: Gib dir Mühe.

Wer heute den Kopf in den Sand steckt,
knirscht morgen mit den Zähnen.

Scheitern ist nicht das Gegenteil vom Erfolg,
es gehört nicht selten mit zum Erfolg.

Willst du aufgeben,
denk daran, warum du angefangen bist.

Willst du fliegen,
lass los, was dich nach unten zieht.

Erfolg ist,
was dem Leistungswillen folgt.

Jede Wende
braucht eine gute Bestandsaufnahme

Fehlt die Kraft der Einsicht und Geduld,
ist das Temperament oft größer, als die Klugheit.

Die Deutung
geht der Bedeutung voraus.

Was gern du tust, das tu,
lass das Gesums recht klug in Ruh –
und naseweis herumzufummeln,
verleitet oft auch noch zum Schummeln.

Wird Wichtiges jedoch umschwindelt,
wird Unsinn dabei noch gebündelt.
Zum Schluss heißt es gar folgenschwer:
Rien ne va plus – nun geht nichts mehr.

Vorbeugen ist besser als heulen.

Übermut bewirkt Versuchung;
Versuchung vernebelt die Wirklichkeit.

Der Hitze folgen meist die Blitze.

Wer den Himmel stürmen will,
fällt rasch aus allen Wolken.

Indem Vergangenheit erinnert wird,
wird Gegenwart gestiftet
und Zukunft ermöglicht.

Etwas, was unmodern geworden ist,
hat deshalb noch nicht
seine Bedeutung verloren.

Am Neuen nicht sparen,
doch Bewährtes auch wahren.

Vorsicht

Es war schon immer so
und wird wohl auch so bleiben:
Gegen den Status Quo
schließen frühreif sich die Reigen.

Jedoch mit etwas mehr Bedacht
würde oftmals offenbar,
dass manches war zu kurz gedacht,
nicht achtend gutes Inventar.

Nicht alles, was modern erscheint,
hält dauerhaft, was es verspricht.
Oft wurde schon just das beweint,
auf das man einstmals war erpicht.

Es heißt ja nicht von ungefähr,
zu prüfen alles im Obwalten;
denn nach wie vor gilt eines sehr,
das Gute würdig zu behalten.

Drum gilt der Rat, erst abzuwägen,
ob es auch trägt, so manch Geheiß;
um nicht den Ast feist abzusägen,
auf dem man sich getragen weiß.

Zum Vorausschauen
gehört auch das Rückwärtsschauen.

Vor Unglück wahrt der zweite Blick.

Nur weniges ist so altmodisch
wie der Drang, modern sein zu wollen.

Wird das Fortschreiten zum Davonlaufen,
ist kein Innehalten mehr möglich.

Der Weg zur Arbeit und zurück,
ist das Freizeit?

Nur in einem klar geordneten Leben
mit festen Strukturen
werden wir frei für das Wesentliche.

Das Optimum
ist nicht auch gleich das Maximum.

Nur weil sie nicht weit genug entfernt ist,
schätzt man die Nähe nicht.

Solch ein Mensch wohl macht es,
der gegen Krempel sich verwahrt;
der gegen allerhand Verlachtes,
das Gute hütet und bewahrt.

Sich im Licht der Zeit
den Zeichen der Zeit zu stellen,
bewahrt davor, dem Zeitgeist zu verfallen.

Erlebnisqualität
ist noch keine Lebensqualität.

Äußere Erfüllungen
ersetzen nicht das wirklich Gesuchte.

Arbeit ist ein Berühren von außen her,
Schaffen aber ein Durchwirken von innen.

Besser als etwas zu greifen ist,
es zu begreifen.

Worauf es ankommt ist:
Standhalten in dem, was Halt gibt.

Menschen, die schnell glücklich werden wollen,
werden schnell unglücklich.

Enttäuschungen sind bittere Antworten
auf falsche Erwartungen.

Neu orientieren durch reduzieren.

Wir leben gut, wenn wir unser Leben
mit den Augen derer sehen, die nach uns kommen.

Wer in der Jugend einen Weinberg anlegt,
hat im Alter Trauben.

Wie klein noch liegt, fast wie im Traum,
das Samenkorn vom großen Baum.

Schau nach vorn, als lebtest du ewig;
schau zurück, als stürbest du heute.

Möglichkeit und Wirklichkeit
ziehen sich gegenseitig an.

Das Hinausschieben
ist der größte Zeitverlust.

Man sollte nicht alles tun, was man kann,
aber man sollte alles können, was man tut.

Gabe
ist immer auch Aufgabe zugleich.

Der Anstoß allein bewirkt noch nicht viel,
ich muss mich mitbewegen.

Wer heut‘ bereits was vorgedacht,
wird dabei schon mal ausgelacht;
doch schnallt man die Erkenntnis endlich,
ist sie für alle „selbstverständlich“.

Berufung braucht keine Bewerbung.

Im Mut zu mir selbst
kann ich mich auch anderen zumuten.

Die beste Autorität
ist die eigene Lebenserfahrung.

Geh deinen Weg
und folge nicht der Spur eines anderen.

Die Kontrolle der Sinne
bestimmt unsere Willenskraft.

Mangelnde Selbstsicherheit
wählt Verallgemeinerungen.

Nichts geschieht ohne Risiko,
aber ohne Risiko geschieht auch nichts.

Man muss mit allem rechnen,
auch mit dem Guten.

Ein witziger Name für eine Hürde
mindert ihren Schwierigkeitsgrad.

Wenn die Welt gegen dich ist,
greif nach den Sternen.

Der Mut stellt sich dem Möglichen
und lässt uns mit Phantasie
in die Zukunft springen.

Vorsicht ist durchaus hilfreich,
aber es gibt auch Punkte,
die sind nicht mehr berechenbar,
da muss man auf Herz und Seele vertrauen können.

Wähnen wir zu sehr,
so geht oft gar nichts mehr.

Panik bewirkt
ein Verharren in Polarisierungen.

Vieles ist wie eine Tür,
da muss man durch.

Angst raubt Mut und Phantasie.

Wir brauchen mehr Einsager,
statt Neinsager.

Hyperselektion drosselt Intuition.

Wer eine Nebensache zur Hauptsache macht,
der macht eine Hauptsache
zur Nebensache.

Hintergedanken sind hindernde Gedanken.

Gedanken, die nicht zum Thema gehören,
gehören in den Abstellraum.

Wenn Plagegeister dich umringen,
denk an Götz von Berlichingen.

Perfektionsgespenster
schließen Flügelfenster.

Dem Tüchtigen strahlt sein Gesicht,
denn Glück alleine macht es nicht.

Auf das Durchhalten kommt es an:
Was mit Rucki nicht geht,
geht mit Zucki.

Wer mit Elan tut, was er kann,
passt bestens ins Erfolgsgespann!

Nichts stumpft so sehr ab,
wie eine Erstarrung durch Routine.

Nicht ablenken,
besser umdenken.

Jeder Einsatz verliert seinen Anfangsreiz.

Setzt ein Entschluss ein Ziel voraus,
so ist der Weg zum Ziel die Ausdauer.

Alles, was wir nicht regelmäßig tun,
verlieren wir.

Halte die Regel –
und die Regel hält dich.

Es reizt, Außergewöhnliches zu tun;
das Gewöhnliche aber außerordentlich gut zu tun,
ist Alltagskunst.

Letztlich läuft nichts rund
ohne den Spannungsbogen
von Geduld und Ausdauer.

Was man immer lernen kann,
kann in drei Worte gefasst werden:
Es geht weiter.

Nur jammern
macht jämmerlich.

Es gibt auch eine Gehörlosigkeit im Hören,
es ist das Nichtverstehenwollen.

Statt sich zu drücken,
ist es besser, sich auszudrücken.

Menschen, die da immer sagen,
man könnte leider nur noch klagen,
tragen bei der Jammerei
am meisten selber dazu bei.

Niemand wird
nur durch die äußeren Umstände
in seinem Werdegang behindert.

Lass dich nicht von Durchtriebenen
in Schutz nehmen für etwas,
was du gar nicht getan hast!

Wird dir im Leben „mitgespielt“,
stellt sich die Frage:
„Wer spielt da denn mit?“

Feilsche hart
und bezahle ehrlich.

Schleimen beschmiert Noblesse.

Unser Charakter
schützt uns gegen das Zertretenwerden.

Der Wille ist Ausdruck
eines bestimmten Eindrucks.

Wer Lug und Trug hofiert verliert;
im Falle eines Falles alles.

Wie die Leitung, so die Leistung.

In unserem Verhalten
zeigen sich unsere Haltungen.

Lebenskunst beginnt damit,
Grenzsteine zu setzen und zu beachten.

Wer guten Sinnes kommt herein,
der soll uns auch willkommen sein.
Doch wer verschmäht Takt und Manier,
der bleibe draußen vor der Tür.

Ein Herden-Du verführt zum Blöken.

Manche Menschen sprechen aus Erfahrung,
andere aus Erfahrung nicht.

Die bloße Erfahrung
kommt über sich selbst nicht hinaus;
erst die Deutung der Erfahrung
ist von Bedeutung.

Lernprozesse
gründen sich auf einen Zerfall
bisher affektionierter Gewohnheiten.

Nur wer sich herausfordern lässt,
findet Erfahrung.

Im selbstbewussten Streben
wird Erfahrung mitgegeben.

Man gebe seinen Zielen und Wünschen
gleich auch ein gutes Aussehen
und sie wirken umso anziehender.

Ist auch nicht alles zu erreichen,
so ist es doch gut,
soviel wie möglich ausprobiert zu haben.

Bedauerliches
ist nicht mit heutigen Maßstäben zu messen,
es ist aus der Entstehungssituation
zu betrachten.

Sturköpfe belehren,
Teufel bekehren
und Tote kurieren,
das sollte man von vornherein sein lassen.

Rüpel wird es immer geben.
Lassen wir sie aber hochkommen,
werden wir durch sie umkommen.

Wird der Ochse Bürgermeister,
wachsen ihm gleich zwei Hörner mehr.

Man sollte an einem reißenden Fluss
keinen Acker anlegen.

Unser Werdegang stockt
durch ein „zu viel“ oder ein „zu wenig“,
durch Über- und Unterforderungen,
durch Fehleinschätzungen der Maßstäbe.

Laster blendet,
Überwindung leuchtet.

Wer tut, was er kann,
ist wert, dass er lebt.

Man kann keine Reserven einsetzen,
ohne Reserven zu haben.

Seine Kräfte anspannen bedeutet nicht,
sie zu überspannen.

Ein guter Zeitplan enthält
Schwerpunkte, Höhepunkte und
Ruhepunkte.

Quantitativer Überlastung
fehlt es an qualitativer Wertschätzung.

Schlage nicht zu lange die Zeit tot,
sie könnte sich revanchieren.

Langeweile zeigt einen Mangel
an bewusster Wahrnehmung;
dabei schließen sich Hetze und Trägheit einander nicht aus.

Carpe diem

Verdrießlich ist die Langeweile,
man lebt und weiß doch nicht wofür.
Der Müßiggang kennt keine Eile
und noch viel weniger Pläsier.

Verlor’ne, ungenutzte Zeit
bringt nur Verdruss und Widrigkeit.

Liegt nicht in jeder Lebenslage
Die Chance zur sinnerfüllten Tat?
Verstummt nicht selbst die größte Klage,
wenn man sein „Ja“ gesprochen hat?

Nur in beherztem Streben
wird unsrem Leben Sinn gegeben.

Gelegenheiten aller Arten
ergeben sich, wenn man nur will.
Viele sind’s, die auf uns warten,
geduldig, hoffnungsfroh und still.

Uns bleibt, wir sollten’s stets bedenken,
im Leben nur, was wir verschenken.

Wir leben so dahin
und nehmen nicht in Acht,
dass jeder neue Tag
das Leben kürzer macht.

Bin ich schon fertig hier auf Erden,
oder möchte da noch etwas werden?

Ein Schiff wird im Hafen gebaut,
aber nicht für den Hafen.

Neue Länder entdeckt man nicht
auf asphaltierten Straßen.

Mit dem Einrichten geht immer auch
ein Sichausrichten einher.

Weit vom Schuss
leben die ältesten Soldaten.

Wenn jeder seines Glückes Schmied ist,
hätte er dann nicht hin und wieder
auch an seinem Unglück mitgeschmiedet?

Die schlimmsten Katastrophen
finden im Kopf statt.

Es gibt kein individuelles Schicksal
ohne eine Beziehung zum Charakter.

Besser schlechter werden
im Schlechterwerden,
als besser werden
im Besserwerden.

Man sollte öfter mal
mit seinen Problemen ein Wörtchen reden.

Nicht jedem Patzer
folgt auch gleich ein Kratzer.

Geht es,
so ist es gut zu wissen, um was es geht
und wie weit man gehen kann.

Es geht nicht darum,
das Schlechte zu meiden,
sondern Gutes zu tun.

Das Böse ist das nicht verwirklichte Gute.

Recht, nicht durchgesetzt, zersetzt.

Eine grenzenmissachtende Freiheit
verführt zur Willkür
und walzt andere nieder.

Sich Böses einzugestehen,
ist ebenso wichtig, wie es zu vermeiden.

Das Böse, das von uns ausgeht,
führt uns in die geistig-seelische Isolation.

Hinter jeden, der anders ist,
stehen andere, die sich durch ihn
in ihrer Überheblichkeit
die eigenen Probleme vom Leibe halten.

Die Rechthaberei macht unfähig,
sich zu verbessern.

Besserwisser gehen Arm in Arm
mit Alleswissern.

Ohne Frohsinn werden wir zu Zynikern.

Polarisierungen und Populismus
sind zwei Seiten einer Münze,
mit der der Teufel zahlt.

So wichtig auch
Freiheit und Selbstbestimmung sind,
umso wichtiger ist die Frage:
Für was denn?

Es wird nur anders,
wenn wir uns ändern.

Freuden sind unsere Flügel,
die Schmerzen geben uns die Sporen.

Erscheinen uns Krisen
wohl auch nicht sinnvoll,
so können sie doch sinnführend sein.

Erschütterungen rufen dazu auf,
das Leben neu zu ordnen.

Erst wenn hinter dem Hindernis
etwas aufleuchtet,
ist es schon so gut wie überwunden.

Auf den zweiten Blick
ist jedes Unglück nur so schwer,
wie man es nimmt.

Alles Glück hängt von den Inhalten ab,
die ich wähle; insofern ist es Erfüllung.

Nicht alles kann schön sein,
aber es kann Freude bereiten,
dann ist es schön.

Das Leben macht keinen Urlaub.

Aus der Flucht in die Zukunft
kann keine gute Vergangenheit werden.

Zeit ist nicht Geld, Zeit ist unbezahlbar!

Die Zukunft erwartet man nicht,
man geht ihr entgegen.

Werden ist Selbsttranszendenz;
durch Wahrnehmung und Möglichkeit
wird etwas mehr.

Die Krux technischer Errungenschaften ist,
dass sie uns seelisch schwächen.

Zur aufgeklärten Vernunft
gehört das Wissen
um die Grenzen des Wissens.

Die Qualität der Zeit
ergibt sich aus der Intensität des Erlebten.

Schön, wenn wir nicht älter,
sondern besser werden.

Wache Ruhe rundet ab.

Verhärtet das Herz,
wird das Alter zum Schmerz.

Es nutzt nichts, das Loslassen zu üben,
wenn man nicht weiß,
was man behalten möchte.

Echt bleiben,
sein Aussehen bewahren
und die Pose meiden.

Glück liegt im Sich-finden,
Unglück im Sich-verlieren.

Ausleben ver-lebt,
Enthaltung be-lebt.

Erhebendes setzt Tiefenkräfte frei.

Es macht unfrei,
Nein zu denken und Ja zu sagen.

Man sollte nicht geben,
wenn man nicht auch zu nehmen versteht.

Nicht was wir gewinnen,
sondern was wir ersparen, macht uns reich.

Feinsinnigkeit
ist das Maß menschlicher Reife.

Zufriedenheit ist ein Handlungserfolg;
Glück ist ein Gesinnungserfolg.

Alles hat seinen Sinn,
doch braucht es einen gewissen Abstand,
um ihn zu erkennen.

Wir müssen uns in Betracht ziehen,
um etwas beschaulicher zu leben.

Der Langmütige hat lange Mut.

Passion
ist Versöhnung mit dem Schicksal.

Lichten, Lösen, Lassen –
Loslassen

Schau nach oben,
das erdet dich.

Das Geheimnis unseres Lebens ist,
dass wir trotz unserer Erkenntnisse
Suchende bleiben.

Was es viel öfter braucht ist
Rückzug und Ruhe.

Für die heilende Achtsamkeit
muss es nicht gleich das Alpakayoga sein,
da tut es immer noch
ein ausglühender Sonnenuntergang.

Stille Bänke und einsame Wege
sind so etwas wie
Guckfenster in eine andere Welt.

Oft weiß man weder ein noch aus.
Dann hilft nur eins noch, einfach raus.
Es gibt da nämlich, Gott sei Dank,
am Flusslauf eine stille Bank.

Ob bei Sonne oder Regen,
da zu sitzen ist ein Segen;
ohne Stress oder Verdruss,
scheint alles wieder gut im Fluss …

Die Stille ist wie ein Schwamm
für alles Schrille.

Erst in der Stille
lässt sich Stärkendes ver-nehmen.

Die Kraft der Stille ist ihre Integrität.

Die Essenz ist unberührt von der Existenz

Das Bewusstsein übersteigt die Leistung,
wissend zu sein.

Wunderbares erblüht aus der Phantasie,
nicht aus Regularien.

Je mehr das Wunderbare erklärt wird,
umso mehr hört es auf, wunderbar zu sein.

Vielfalt belebt das Sinnempfinden; denn
wo nur ein Sinneseindruck gegeben ist,
kann sein Sinngehalt blenden.

Wohl strömen große Geister Weite aus,
aber nur so weit,
um sich darin selbst noch wiederzufinden.

Besser weitende Gedankengänge,
als kreisende Gedankenenge.

Um nicht an uns selbst zu verfallen,
brauchen wir den Mythos.

Betend ruhen, schaffend wachen,
redlich handeln und auch lachen,
das lässt locker Gutes machen.

Die Zutaten zu einem gelingenden Leben
sind: Umsicht, Weitsicht, Einsicht und
Zuversicht.

Es mag ja nett sein, wichtig zu sein,
aber wichtiger ist es, nett zu sein.

Steckt nicht in jedem Baum
wohl auch ein Purzelbaum?

Gut gelaunt und ungekämmt
macht fesch auch noch im krausen Hemd.

Statt auszubrennen,
braucht die Lebensflamme den richtigen Zündstoff.

Die Freiheit inspiriert
zu aktiven Entscheidungen;
sie macht uns frei von etwas
und gleichzeitig frei für etwas.

Lebe einfach so,
dass du irgendwann deinen Enkelkindern
davon gerne erzählen würdest.

Ist auch der Lack ab,
so glänzt doch noch die Grundierung.

Sprich nicht von etwas,
was dem Wunsch widerspricht,
dass es sich verwirklicht.

Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft Vision,
und die Gegenwart
ist Vergangenheit und Vision zugleich.

Ich bin wie ein Lurch,
der sich windet und wendet.
Ich komm ohne Wandlung nicht durch
bis mein Leben einst endet.

Verwandlung vollzieht sich
durch Stirb- und Werdeprozesse.

Der Tod ist Warnung,
den Weg nicht als Irrweg zu gehen.

Recht bedacht steckt in jeder Todesangst
auch eine Versäumnisangst.

Der Gelassene
weiß um die Vorläufigkeit dessen,
was ihm widerfährt.

Wenn wir Zeit
für etwas verwenden, was uns anrührt,
entdecken wir wie einen belebenden Hauch
die Zeitlosigkeit.

Nur wer loslassen kann,
hat sein Leben im Griff.

Im Abschiednehmen
zeigt sich der Charakter

Unser Intellekt sollte schlau genug sein,
sich auch noch wundern zu dürfen.

Wir blinzeln und denken:
Die Sonne, sie kommt und geht;
dabei sind es die Wolken,
die kommen und gehen.

Ein Eimer voll Wasser aus einem Fluss,
ist niemals ein Eimer voll Fluss.

Unser Leben schwankt zwischen
Verheißung und Verhängnis;
der Mythos bringt beides in die Waage.

Kontakt

Ich – Du – Wir

Verantwortlich denken und handeln

Bild: pixabay

Viele gut gesinnte kleine Leute
in vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun,
können das Gesicht der Welt verändern

Man ist nie zu klein,
um für Wesentliches großartig zu sein.

Das Ich erkennt,
das Du benennt;
das Wir verwandelt
(gemeinsam gehandelt).

Mich verlassen zu können bedeutet,
mein Ich zu verlassen, um im Du oder Wir Aufnahme zu finden.

Der Egoist bewahrt sich,
statt sich zu bewähren.

Die Drehung um sich selbst
ist bekanntlich eine Bewegung,
die es verhindert, vorwärts zu kommen.

Das Ich, das zum Wir gehört,
ist ein anderes Ich als das ungebundene,
frei herumstreunende Ich.

Eine Überbetonung der Individualität
führt zu einer Entfremdung seiner selbst.

Um auf Irrwege zu kommen reicht es,
sich einzureden, dass niemand uns versteht.

Wie schön,
wenn sich Rücksichtslosigkeiten,
die ich erfahren habe,
in Rücksichten wandeln für jene,
die gerade rücksichtslos sind.

Es gibt viele Gründe, sich selbst zu lieben,
aber es gibt keinen vernünftigen Grund,
sich selbst zu hassen.

Ein Blick in den Spiegel genügt,
um sich augenzwinkernd zu sagen:
„Lasst uns gut miteinander umgehen.“

Ja, so wie ich bin, bin ich gut –
doch ich möchte mich auch noch gerne
weiterentwickeln.

Die Realität zeigt uns nichts anderes als
Wirkungsbeziehungen.

Zwei Worte, ohne die es nicht geht:
Entbindung und Einbindung.

Stabilitas erfordert Bindungen,
um sich von sich selbst zu lösen.

Dasein ist Mitsein.

Ein Auge mal zuzukneifen ist besser,
als gleich den Kopf zu verlieren.

Ein bisschen mehr Humor
täterätätä uns allen gut.

Zorn blitzt,
Humor erleuchtet,

Methode findet,
Humor erfindet.

Schmiert der Professor
auch noch so fein sein Brötchen,
so ist das damit noch lange nicht
wissenschaftlich belegt.

Viele Menschen
haben ganz schön viel Meinung
für so wenig Ahnung.

Es gibt Menschen,
die denken durchaus gern,
aber sehr selten,
weil es was Besonderes bleiben soll.

Mancher Mensch
ist die Krone der Erschöpfung.

Wie die Flüsse ohne Auen,
sind die Männer ohne Frauen.

Geht wohl die Liebe
auch noch durch den Magen,
so ließe diskret sich
weit mehr da noch sagen.

Als Mann kann man tun und lassen
was die Frau will.

Auch eine Dummheit, die gut ankommt,
bleibt eine Dummheit.

Was der Volksmund tut kund,
hält geschmeidig den Mund.

Aberwitzig
ist selten spritzig.

Bis der Dicke dünn wird,
ist der Dünne schon tot.

Nun zeigt auch schon die Waage
eine Unwetterwarnung: Zunahmi!

Wie zeigt sich die Gelassenheit im Alter?
Man schafft es nicht mehr,
bis an die Decke zu gehen.

Ist es tatsächlich schon so weit gekommen,
dass es so weit gekommen ist?

Was stimmt,
muss nicht zugleich auch stimmig sein.

Der Ärger schickt vorher
gerne seine Stellvertreter aus.

Auf den ersten Blick könnte man meinen,
das Leben beschenkt die großen Menschen
und lässt die kleinen mittellos laufen.
Auf den zweiten Blick aber
ist das nur eine Meinung,
quasi so eine Schwindelerscheinung.

Einem um sich selbst kreisenden Ankläger
hilft nur der eigene Klärungsprozess;
er wird sich sonst selbst zur Qual
und anderen zur Gefahr.

Man kann von Wölfen nicht erwarten,
dass sie Schafe streicheln.

Die emotionalen Staubsauger
verursachen die meisten Kurzschlüsse.

Es geht nicht darum,
frei von etwas zu sein,
sondern frei für etwas zu werden.

Wer sich von anderen eingeengt fühlt,
der schaffe sich mehr Freiraum.

Durch das Sich-nicht-Festlegen
macht man sich selbst klein.

Die Dialogfähigkeit
setzt Standfestigkeit voraus.

Ich sage Ja und denke:
Ich kann auch anders.
Ich sage Nein und denke:
Vielleicht aber doch.
Ich sage nichts und denke:
Immer ich!

Je mehr betont wird,
dass es nichts macht,
umso mehr macht es.

Steht der Mensch im Mittelpunkt,
oder ist er nur Mittel?
Punkt.

Gewusst wie

Es gibt oft was, das ist nicht schön,
da fragt man sich, was könnt‘ wohl helfen?
Man möchte an die Decke geh’n
im Clinch mit Beiräten und Elfen.

Dabei könnt helfen schon ein Wort,
ganz ohne Stuss und Firlefanz;
scheint’s auch verzwickt, es hilft sofort:
die Ambiguitätstol‘ranz.

Dies kuriose Wort kann senden
starke Tipps zum rechten Tun.
Wir werden, ohne uns zu wenden,
befähigt, in uns selbst zu ruh’n.

Die Ambiguitätstol‘ranz
stärkt jeden von uns ohnegleichen;
mit ihr kann man, ohn‘ Arroganz,
gar jedem cool das Wasser reichen.

Zwei Augen zum Sehen,
zwei Ohren zum Hören
und ein Mund zum Schweigen.

Sie brauchen keine Angst haben,
zu verkümmern, Sie lesen ja gerade …

Freiheit beginnt im Kopf.

Im Prinzip wär‘ alles froh und heiter,
gäb‘s bloß nicht die Prinzipienreiter.

Klammern fesselt.

Wenn ich etwas nicht verstehe,
heißt das noch nicht,
dass es das nicht gibt.

Zwar gibt es viele Talente,
aber es wird nicht jedes Talent
jederzeit benötigt.

Die Klugheit gebietet
Unvereinbares nicht vereinbaren zu wollen.

Trotzköpfe enttarnen sich selbst,
sie halten sich immer gleich für Betroffene.

Wer Porzellan zerschlägt,
hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

In jeder Verrücktheit
macht sich Maßlosigkeit breit.

Wo Zank und Streit, da ist Partei
und immerzu Rechthaberei.

Ich bin für eine Partei,
aber gegen ihre Alleinherrschaft.

Konzeptuelle Verhärtungen
führen zu Spaltungen.

In einer nicht funktionierenden Beziehung
hat alles einen Hang zur Enttäuschung.

Es sind gerade die Stellungskriege,
die nicht auf der Stelle entschieden werden.

Verbissen gesehen
lässt sich alles verdrehen.

Fragt man den Esel: „Wer ist dein Vater?“,
antwortet er, „das Pferd ist mein Onkel“.

Zu Lebzeiten des Dichters
reden alle über sein schlechtestes Werk –
erst nach seinem Tod über sein bestes.

Wirklich hinter dir steht,
wer sich auch mal vor dich stellt.

Hinter jeden, der anders ist,
stehen andere, die sich durch ihn
ihre eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten
vom Leibe halten.

Es mag ja nett sein, wichtig zu sein,
aber wichtiger ist es, nett zu sein.

Das Großmaul rührt nur in Fakten,
statt die Fakten
in größere Zusammenhänge zu bringen.

Es gibt viele Vorfahrtstraßen,
doch auch Stoppschilder haben ihren Sinn.

Möcht‘ Kritisieren animieren,
so Diskreditieren blamieren
oder sogleich ausradieren.

Sensationslust will nur palavern,
ohne Interesse an neuen Erkenntnissen.

Naseweise reden am Kern vorbei.

Man soll auch gerne mal
seinem Herzen folgen,
das muss der Verstand ja nicht wissen.

Pedanten finden nie das Richtige.

Wie Feingeistige nicht beim Boxkampf,
so finden auch Tangoliebhaber
nicht beim Rock and Roll
die richtigen Bekanntschaften.

Ohne um uns her zu schauen,
greifen wir beim Greifen,
welch Misere, oft ins Leere.

Wer sein Aussehen
mit seinem Ansehen verwechselt,
sollte weniger in den Spiegel,
dafür mehr um sich schauen.

Manchmal ist die größte Stärke
das Eingestehen der eigenen Schwäche.

Wer ehrlich zu sich selbst ist,
ist wohl auch zu anderen barmherzig.

Nicht gleich großes Gewickel um kleine Pickel.

Wer vernehmen kann,
kann auch vergeben.

Wenn wir andere verletzen,
erzeugen wir Situationen,
die es unmöglich machen,
geistigen Frieden zu finden.

Wir müssen miteinander auskommen
oder wir werden miteinander umkommen.

Sozialer Tiefgang
durch Bildungsschiefgang.

Wer sich nicht mehr gut unterhalten kann,
wird schnell unterhaltungssüchtig.

Auf dem Erlebnismarkt
tummeln sich viele missmutig Vergnügte.

Wird Toleranz zur Indifferenz,
ist zu viel Hefe im Teig.

Toleranz ist Achtung durch Selbstachtung.

Wer Lug und Trug hofiert, verliert –
im Falle eines Falles
alles.

Wirklich hinter dir steht,
wer sich auch mal vor dich stellt.

Vorgetäuschte Höflichkeit
offenbart Verachtung.

Denn so manch Honoratioren
sind auch gleich Initiatoren.
Das sei ruhig öfter mal hienieden,
etwas klarer unterschieden.

Das sei ruhig öfter mal hienieden
fein polierend unterschieden.

Einige laufen sich tot,
weil sie es immer eilig haben
und andere schleppen sich tot,
weil sie alles auf sich nehmen.

Mit der Uhr in der Hand
betrügen wir uns um die Fülle der Zeit.

Unvollkommen, wie wir alle sind, ist es dienlich,
sich nicht vollkommener zu geben, als man ist.

Wird Schuld vernebelt,
ist die Hölle los.

In neutraler Überbetonung
kann aus friedlich und höflich
auch friedhöflich werden.

Auch ein Nichttun kann schuldig machen.

Jede Art von Terror
macht schrecklich Theater.

Hinter Neutralität ohne offene Antwort
verbirgt sich Unmündigkeit.

Uns kann es nicht gut gehen,
wenn es anderen schlecht geht.

Jeder Hassende
ist ein verzweifelt Liebender.

In der Tretmühle der Macht
ist niemand unfreier,
als ihr mächtiger Führer.

Despoten nennen ihre Lügen Propaganda.

Wörter sind Hüllen für wechselnde Inhalte.

Helden siegen in der Gegenwart,
Gutmütige in der Zukunft.

Ist auch die Schlacht geschlagen,
so ist der Krieg noch nicht gewonnen.

Der Leib ist das Exerzierfeld des Geistes,
das, worin er sich zu bewähren hat.

Eben weil wir uns
unsere Gottähnlichkeit selbst zuerkennen,
müsste uns der Zustand unserer Welt
beschämen.

Autoritäre Systeme
bekämpfen nicht umsonst die Religion,
sie haben es lieber staatsfromm.

Es gibt auch noch das Zehnte Gebot:
Begehre nicht die Güter deiner Nächsten.

Man sollte sich öfter fragen,
wo Leben unter schwierigen Umständen
geglückt ist.

Auch das ist ein Glück,
mit seinem Unglück gut fertigzuwerden.

Wackelt etwas im Sturm,
ließe sich auch sagen:
Da ist was in Bewegung.

Schwankt der eine, hält ihn der andere.
Und trifft mal ein Fuß den anderen,
gilt es, einander Platz zu machen –
um wieder aufeinander zugehen zu können.

Ein Gewährenlassen
ist noch kein Geltenlassen,
ein Gestatten noch kein Stattgeben,
aber es sind Annäherungen hin zur Mitte.

Menschen werden oft schnell unglücklich,
weil sie schnell glücklich werden wollen.

Keiner kann das kommende Leben
schon heute auf einmal leben.

Das zweite Leben
beginnt mit der Erkenntnis,
dass man nur eines hat.

Wir wissen zwar, dass wir sterblich sind,
aber wir leben nicht danach.

Wo der Verstand uns aus dem Gleis wirft,
hilft uns das Gefühl
oft wieder in die richtige Bahn.

Reizt es den Naturwissenschaftler,
das Rätsel zu lösen,
reizt es den Gläubigen,
das Geheimnis zu deuten.

Wenn dahinter nichts vermutet wird,
springt keiner über seinen Schatten.

Man sollte nicht nur
sein kindliches Ich akzeptieren,
man sollte es auch ruhig hin und wieder
frei laufen lassen.

Wer unbedingt jung bleiben will,
verweigert Reife.

Zeit ist
die Beziehung des Bewusstseins zum Leben.

Erst mit dem Alter zeigt sich,
wieviel Vergangenheit
in der Gegenwart steckt.

Wir erben die Welt nicht nur
von unseren Eltern,
wir leihen sie unseren Kindern.

Im Inneren der Erinnerung
verbirgt sich ein Schatz.

Kontemplation ist wie Fensterputzen.

Um erwachsen zu werden,
sollte man einmal den Eltern danken
und den Eltern einmal verzeihen;
dann ist der Anker eingeholt.
Sonst hängt man im Hafen fest.

Ein Schiff wird im Hafen
und nicht für den Hafen gebaut.

Lehre ist Prosa –
Mythen die Poesie.

Kommt das Wort Trost von „treu“ und „trauen“,
schenkt wahrer Trost stets neu Vertrauen.

Der Trost möchte an der Trauer
teilnehmen, nehmen kann er sie nicht.

Je tiefer die Trauer,
umso größer war das Glück.

Kann Alleinsein beglücken,
so kann Einsamkeit erdrücken.

Weinen tut oft deshalb so gut,
weil man dabei weder denken
noch sprechen kann.

Ist Schweigen die Sprache der Seele,
so müsste die Stille
die Schöpferin des Schöpfers sein.

Wohlmeinender Zuspruch
ist wie ein Lächeln
unter verdrossenen Neidern.

Herzlich, statt stur

Hedwig war, als Frohnatur,
alles andere als stur.
Sie sagte stets: „Mit Gottvertrau’n
lässt sich’s getrost auch anders schau’n.“

Es reichten ihr die kleinen Sachen,
um sich zu freu’n und gern zu lachen –
nicht schallend laut mit Holdrio,
dafür mehr innig, ohne Show.

Man spürte ihre Herzlichkeit,
das machte Hedwigs Dankbarkeit!
Der Grund für ihre Frohnatur:
Sie sah im Leben Gottes Spur.

Von Zeit zu Zeit
kommen Menschen in die Welt,
die es ermöglichen,
das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Ohne inneren Glanz,
keine strahlende Aura.

Alles Schöne
beginnt mit einem freundlichen Gesicht.

Immer wenn wir uns freuen,
stirbt irgendwo ein Problem.

Freundlichkeit und Ankerkennung
sind wie ein ergiebiger Regenhauch
über rissig trockenem Land.

Gute Manieren und reizende Anmut
bringen leuchtende Farben
ins Grau der Gleichgültigkeit und Routine.

Jedes Herz braucht ein Zuhause.

Die größte Ursache der Unzufriedenheit
ist die Dankbarkeitsvergessenheit.

Nein, Popocatepétl nicht,
auch Chichicastenango nicht,
das schwerste Wort wohl, weit und breit,
ist schlicht und einfach
Dankbarkeit.

Ein Einäugiger dankt Gott erst dann,
wenn er einem Blinden begegnet.

Die Kehrtwende zur Absicht
macht klarsichtiger.

Wege ändern sich,
Bedürfnisse bleiben.

Lebendiges gibt es nicht als Kopie.

Die Richtungsänderung
ist noch keine Wesensänderung.

Bleibt für sich ein jeder stur,
wird das Leben zur Tortur.

Vorlieben wuchern,
Liebe wächst.

Der Kopfsalat hat es gut,
er hat das Herz im Kopf.

Durch Reizüberflutung
schrumpft die emotionale
und verkümmert die soziale Intelligenz.

Vorteile fördern Urteile.

Die Ignoranz von Gemütswerten
führt zur Verrohung.

Schade, dass viele Menschen
den Sonnenaufgang verschlafen;
sie wären weniger hart und unzufrieden.

Erst das Nichtwerten
schenkt Offenbarungen.

Was ich aufmerksam anschaue,
wird sich mir auch mitteilen.

Vertrauen weckt Vertrauen.

Das Anschauen einer Blume
besagt noch nichts;
es wird aber sagenhaft,
wenn sie mich anschaut.

Die Natur
trägt die Last der menschlichen Brutalität.

Weisheit
schenkt uns einen Ruhepol im Herzen,
und macht uns nicht
zu klugen Meistern über andere.

Vom Empfangenden geben,
lässt großmütig leben.

Die zielgerichtete Erfüllung
ist außenorientiert,
somit kurzlebig und flüchtig;
die Bereitschaft hingegen ist innenorientiert,
somit jederzeit für alle guten Gaben offen.

Was gedeiht da nicht alles prächtig,
wenn man auf Reisen ist.

Je mehr Distanz zu mir selbst,
umso mehr mögliche Freiheit.

Wenn wir aufhören,
das uns Nichtgenehme wegzuwünschen,
wird Unmögliches möglich.

Nur Weise sind wunschlos.

Alles ist mit allem verbunden,
es braucht oft nur einen gewissen Abstand,
um das zu erkennen.

Der Künstler
ist der Entdecker von Wirklichkeiten,
die der Wissenschaftler nicht sieht.

Dichter verschließen sich nicht,
sie haben den Mut, sich zu äußern.

Wieviel weniger Argwohn, Ärger und Streit
durch ein wenig mehr Abstand,
aber Freundlichkeit.

Nicht so laut sollte die Freude klingen,
sanfter kann sie leichter weiterschwingen.

Wir selbst können
zwar viel für unsere Zufriedenheit tun,
aber wir selbst
können uns nicht glücklich machen.

Finde etwas für dein Herz,
das lindert gleich so manchen Schmerz.

Es ist die Gefühlsdistanz,
die hellsichtig macht.

Der eine sagt nichts,
der andere schweigt.

Bedachte Ruhe
nimmt den Druck aus dem Kessel.

Ich schließe meine Augen
und schaue mich selber an.

Das Wort lebt vom Gedanken,
die Gedanken aber vom Schweigen.

Verheißung vermittelt,
wie Unvorstellbares heißen kann.

Rätsel und Geheimnis sind sich nicht gleich.
Rätsel wollen gelöst,
Geheimnisse vertieft werden.

Am Ende müssen wir nur eins:
Loslassen.

Irgendwann sind wir ganz mit uns allein.

Abschied ist Aufbruch –
irgendwann ist das zeit-gemäß.

Liebe

Der Körper und seine Sinne

Gesundheit

Bild: pixabay

Liebe ist nicht,
Liebe wird.

Über die Liebe
wurde schon alles gesagt und geschrieben;
wäre nur ein Bruchteil davon betrieben,
wäre viel Elend erspart uns geblieben.

Was die Liebe so schwierig macht,
sind unsere Vorlieben.

Liebe möchte mehr sein,
als selbst etwas zu sein.

Um sich selbst Bedeutung zu geben,
binden hilflose Helfer
gern Liebesobjekte an sich.

Die Liebe kommt der Bitte zuvor.

Der Weg zur Entfaltung der Liebe
führt aus dem Bewusstsein des Mangels.

In der Liebe hat der Mangel keinen Platz.

Fühlen wir uns ungeliebt,
erwarten wir immer etwas von anderen.

Ungeliebte tragen ihre Identität
wie ein Schutzschild vor sich her.

Die Liebe bewahrt uns davor,
dass wir uns in uns selbst verschließen.

Ohne die Liebe wird der Mensch
zum bloßen Funktionsträger.

Wenn der Mensch denkt, so handelt er,
wenn er liebt, so ist er.

Unsere Rettung ist die Liebe,
nur die Liebe.

Die Angst klopft an die Tür –
die Liebe öffnet. Nanu …
Niemand da.

Wird der Liebe die Tür geöffnet,
wird aus einem Haus ein Zuhause.

Die Liebe schlüpft gern
in ein vertrauenswürdiges Lächeln.

In einem Lächeln leuchtet die Liebe
durch und durch.

Bist du traurig, hast du Sorgen,
kann ich dir mein Lächeln borgen.
Nimm es nur und nutz es gut,
dass es gute Wirkung tut.
Hilft es dir und bringt’s dir Glück,
so bring es mir auch mal zurück.

Für die große Wäsche des Lebens
sind Liebe und Freude
die besten Waschmittel.

Freude ist mehr als Dank für etwas;
Freude feiert Bejahendes,
in der Freude sprüht die Liebe.

Liebe heißt Jasagenkönnen.

Liebe neutralisiert Eigenwilligkeiten.

Liebe und Vertrauen sind Zwillinge.

Liebe ist Liebe,
ob himmlisch, ob trist;
wir machen die Liebe
zu dem, was sie ist.

Niemand kann die Liebe besiegen.

Die Liebe
ist die schönste Friedensbewegung …

Umarmt zählt das Fühlen, nicht das Denken;
umarmt will das Leben uns reich beschenken.
Umarmungen machen glücklich und frei,
sie entfesseln staunend wie Zauberei.
Wir können uns wahrlich hier im Leben
gar nicht genug Umarmungen geben.

Wichtig ist, dass wir lieben,
nicht, wie toll wir lieben.

Geht es um die wahre Liebe,
stolpern die Lustspielfiguren.

Der Mensch
kann seine Leidenschaften befriedigen,
aber die Leidenschaften
können den Mensch nicht befriedigen.

Liebe gedeiht nur schlecht in einem Beet,
das ständig mit frischen Bettlaken
bezogen wird.

Schlafen Mann und Frau
auch auf demselben Kissen,
so haben sie doch unterschiedliche Träume.

Was Frauen bis ans Herz geht,
geht Männern bis zum Knie.

Ich liebe die Liebe,
die Liebe liebt mich,
doch die, die ich liebe,
liebt mich leider nicht.

Verlieren wir über die Liebe
wohl auch mal den Verstand,
so ist das allemal besser,
als über den Verstand
die Liebe zu verlieren.

Freundschaft ist Liebe mit Verstand.

Liebe ist wie die Zahl Pi,
wichtig und doch irrational,
gleichwohl aber wesentlich.

Aus der Versöhnung von Macht und Liebe
kann sogar Liebesmacht werden!

Warum nur möchten alle wissen, was Liebe ist?
Reicht es nicht zu wissen, was Liebe nicht ist?

Fragt Adam: „Liebst du mich?“,
antwortet Eva: „Ja, wen denn sonst?“

Wenn du nicht hast, was du liebst,
liebe das, was du hast.

Die Liebe ist ein Spiel ohne Gewinner.

Liebe braucht immer auch
die Bereitschaft zur Liebe!

Liebe schaut auf die Rosen,
nicht auf die Dornen.

Der Liebe Zungenschlag ist der Kuss.

Liebe in Worten gibt’s allerorten,
doch auf Liebe in Taten
muss man lange oft warten.

Ersetzen wir das Wörtchen wichtig
durch das Wort wesentlich,
schimmert sogleich etwas Liebe mit durch.

Liebe zerbröselt,
je mehr man über sie nachdenkt.

Liebe ist das,
was das Herz singen lässt.

Weil Sehnsucht die Liebe treibt,
wirkt die Liebe über die Vernunft hinaus.

Die Lieb‘ ist kein Durchsuchungsfall,
sie ist nirgends und doch überall.

Die Liebe
ermöglicht über ein äußeres Kennen
ein inneres Erkennen.

In der Liebe
sind wir im Einklang mit uns selbst.

Liebe ist das,
was wir für sie empfinden.

In der Liebe darf man darauf vertrauen,
dass auch das Wenige nicht vergeblich ist.

Solange man liebt,
ist man gut genug.

Nur im Mut zu mir selbst
kann ich mich auch anderen zumuten.

In der Liebe
finden wir uns im Einklang mit uns selbst.

Wähle deine Liebe
und dann liebe deine Wahl.

Die gegenseitige Vergewisserung
stärkt die Gewissheit.

Liebe kühlt ab,
wenn ihre Gesten nicht mehr wärmen
und ihre Worte sich versachlichen.

Liebe heißt: Ja sagen können.
Ein Ja, aber …
hat sich schon der Liebe entzogen.

Eng verknüpft mit der Verlässlichkeit
ist die Verlassenheit.

Die Liebe entfliegt,
wenn zu leicht gehalten –
und danieder sie liegt,
wenn zu fest gehalten.

Vier Augen, ein Blick,
die taugen fürs Glück.

So wichtig es auch ist,
zu wissen, welchen Weg man geht,
so ist es nicht weniger wichtig,
zu wissen, mit wem man ihn geht.

Es lassen sich nicht in einer Zeit
unverbindlicher Lebensbedingungen
verbindliche Lebensentscheidungen treffen.

Auf gut Glück eine Ehe führen zu wollen,
wird schnell zum Unglück.

In der Ehe lernen wir auch für die Ehe.

Die Liebe ist vergleichbar
mit der Achse eines Wagens,
die hält und trägt, und nur so,
immer wieder stabilisierend,
Belastung und Bewegung ermöglicht.

Die Liebe kennt Wege,
die der Verstand nicht kennt.

Liebe bedeutet nicht, dass es einfach ist,
aber dass es der Mühe wert ist.

Lässt nur die Liebe alleine uns leben,
so meinen die rankenden Rotweinreben,
sie könnten dazu gern etwas mehr noch wohl geben.

Wie schal wäre das Leben,
ohne die Lust am Schönen.

Mag die Liebe auch blind machen,
so sieht die Eifersucht Gespenster.

Liebe sieht scharf,
doch der Hass oft noch stärker;
am schärfsten aber sieht die Eifersucht,
denn sie ist Liebe + Hass.

Die Eifersucht
ist auf die eigene Beachtung fixiert;
sie ist also eine Liebe ohne Achtung.

Das Erwürgen der Liebe
beginnt mit der Ehrfurchtslosigkeit.

Hass ist hartgepresste Liebe.

Zweifelt die Liebe,
so lass sie gehen,
denn zweifelnde Liebe
kann niemals bestehen.

Geht die Liebe, so ist es nicht die Liebe.

Alte Liebe frostet nicht.

Liebe ist wie ein herrliches Vollbad:
Einlassen ist erst mal das Wichtigste.
Hält man es dann schön warm,
lässt es sich gut darin aushalten –
so lange gar, bis man schrumpelig ist.

Nicht Glück haben,
Glück empfinden, darauf kommt es an.

Das Glück lässt sich gerne
durch schöne Erinnerungen kitzeln.

Ein Augenblick, der unser Herz berührt,
geht niemals verloren.

Nichts prägt schöner die Erinnerung
als die Liebe.

Liebe braucht Muße,
auch Erinnerungsmuße.

In einem Lächeln leuchtet die Liebe
durch und durch.

Mit Herz und Sinn wird uns schnell klar,
eines ist und bleibt stets wahr:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
es darf auch gerne mehr noch sein.
Wer offen dazu ist bereit,
der fördert Glück und Menschlichkeit.

Wahre Liebe
sprudelt aus einer spirituellen Quelle.

Jenseits der Liebe beginnt die Gnade.

Die Liebe hat immer ein schönes Geschenk im Gepäck:
Die Gesundheit

Die Liebe
gehört mit auf jedes Rezept.

Soziale Defizite
führen zu chronischen Leiden.

Der Mensch wird krank,
bevor er krank ist.

Die Gesunden und die Kranken
haben zweierlei Gedanken.

Das was uns krank macht,
ist nicht so sehr das, was wir essen,
sondern das,
was wir unserem Geist so alles zumuten.

Was Geist und Seele nicht schaffen,
bleibt im Körper hängen.

Der Urschmerz heißt Trennung.

Die Seele verrät uns mehr,
als der Verstand uns sagen kann.

Wenn ein Dialog
besondere Beachtung verdient,
so ist es der Dialog zwischen Leib und Seele.

Leitet die Gesundheit
den Blick nach außen,
so leitet ihn die Krankheit nach innen.

Krankheit ist ein Korrektiv.

Zum gesunden Leben gehört beides,
das schlagende Herz
und das schlagende Gewissen.

Kein Grat ist so schmal
wie zwischen Lust und Verlust.

Heilung ist mehr ein Prozess,
als eine Reparatur.

Zur Gesundheit gehört unbedingt auch
eine Hygiene des Geistes und der Seele.

Empfindungen durch Geist und Bewusstsein
sind nur durch höhere Einwirkungen möglich.

Sich von Berührbarem anrühren zu lassen,
weckt heilende Kräfte.

Stille reinigt.

Im Mineral zeigt sich die Schöpfung,
in der Pflanze blüht sie auf,
im Tier wird sie erlebbar
und in uns Menschen wird sie uns bewusst.

Unser Körper
ist nicht nur ein physisches Kunstwerk,
er ist ein kosmischer Informationsträger;
ein irdisches Bindeglied
zum Transzendenten.

Im Unsagbaren verbirgt sich viel Heilung.

Was die Blüte einer Blume uns sagen kann,
kann kein Arzt uns verordnen.

Ob wir alt oder jung sind:
Die Augenblickshingabe
überhöht allerlei Beschwerden.

Durch eine maßlose Außenorientierung
sind wir kaum noch in der Lage,
die authentischen Signale unseres Körpers
adäquat wahrzunehmen.

Das Bewusstwerden
der hellen Seiten unseres Lebens,
lässt uns die dunklen Seiten besser ertragen.

Was wir mit Glückseligkeit meinen,
ist ein Durchwirktsein von heilenden Kräften.

Sich seinen Überschuss
an Unverdientem bewusst zu machen,
schenkt Trost und Kraft,
nicht nur in schweren Stunden.

Freude ist eine gesunde,
stärkende Kost.

Ein böses Wort
kann Gesunde krank machen.
Ein gutes Wort
kann aber auch Kranke gesund machen.

Was im Dienst
einer ersprießlichen Lebendigkeit geschieht,
ist auch immer gesund und kann keine Qual sein.

Zwar lassen sich
die Alltagsanforderungen nicht umgehen,
wie wir aber damit umgehen,
ist ausschlaggebend dafür,
wie es uns geht.

Gesunde kennen ihren Reichtum nicht.

Es gibt Menschen,
die fühlen sich nicht gesund,
wenn sie nicht krank sind …

Was ein Pupser oft löst,
nimmt den Hypochonder gefangen.

Schlimmer als die Krankheit selbst
sind ideologische Krankheitsdeutungen.

Immer nur sich selbst verwöhnen
fördert Missmut nur und Stöhnen.

Ein sinnvoller Verzicht
weckt Heilkräfte.

Die Gesundheit
hat ihren zweiten Wohnsitz im Garten.

Das verleiht die nöt’ge Kraft,
mit Liebe tun, was man so schafft,
und das – gemach, gemach –
immer schön der Reihe nach.

Will der Kopf zwei Schritte tun,
stolpert das Herz.

Wer seinen Rhythmus verliert,
verliert seine Vitalität.

Die gesunden Fundamente sind
Maß, Ordnung und Zeit.

Die bewusste Einhaltung von Regeln
zur Strukturierung der Lebensordnung
ist ein leib-seelisches Therapeutikum,
das als Gesundheitsprophylaxe
unverzichtbar ist.