Header

Was die Seele braucht

© Otto Pötter

Emma Pötter (1926 – 2003): Sommerabend an der Ems, Aquarell 1980

Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,
Sinn und Beharrlichkeit.

Sie braucht etwas Schönes,
das empor sie hebt.
Sie braucht den Frohsinn,
solange sie lebt.

Sie braucht Orientierung,
für Gott bereit,
zum Lauschen und Ahnen
der Ewigkeit.

Lebensrat

Beachte auf dem Lebenspfad
diesen guten Lebensrat:

Das Ohr mit feinem Klang verwöhnen
und die Augen mit viel Schönem.
Was Gutes essen, doch mit Maß,
auch gern erheben mal das Glas.

Mit Lust und Laun‘ was tun und hoffen,
dann steht der Himmel dir stets offen!

Gediegen

Wir schätzen die Gemütlichkeit;
im Plauderton Besonnenheit.

Ob Döönken oder Minnemär,
ob Klöönken oder sonst noch mehr,
ob heiter oder sachte an,
zuweilen gern auch mit Gesang.

Doch wird auch angenehm geschwiegen;
das nenn’n die andern dann „gediegen“.

Mit Herz und Seel

Mit Herz und Seel‘ wird uns schnell klar,
Sinnspuren leuchten hier und da.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
gern darf’s auch etwas mehr noch sein.
Wer dazu gerne ist bereit,
der fördert Glück und Menschlichkeit.

Frohnatur

Bild: pixabay

Hedwig war, als Frohnatur,
alles andere als stur.
Sie sagte stets: „Mit Gottvertrau’n
lässt sich’s getrost auch anders schau’n.“

Es reichten ihr die kleinen Sachen,
um sich zu freu’n und gern zu lachen –
nicht schallend laut mit Holdrio,
dafür mehr innig, ohne Show.

Man spürte ihre Herzlichkeit,
das machte Hedwigs Dankbarkeit!
Der Grund für ihre Frohnatur:
Sie sah im Leben Gottes Spur.