© Otto Pötter

Emma Pötter (1926 – 2003): Sommerabend an der Ems, Aquarell 1980

Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,
Sinn und Beharrlichkeit.

Sie braucht etwas Schönes,
das empor sie hebt.
Sie braucht den Frohsinn,
solange sie lebt.

Sie braucht Orientierung,
für Gott bereit,
zum Lauschen und Ahnen
der Ewigkeit.

Bild: pixabay

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
es darf gern etwas mehr noch sein.
Bist gern auch du dazu bereit,
so fördert das die Menschlichkeit.

Bild: pixabay

Wie ätzendes Gift oder gute Arznei
wirken Worte und Gesten oft ganz nebenbei.
Wie wir denken und reden so in der Welt,
so ist es um uns auch entsprechend bestellt.

Was unter uns weilt, ob’s hilft oder schmerzt,
es geht von uns aus, bös oder beherzt.
Es gleicht unser’m Antlitz, das Bild uns‘rer Welt,
ob lieblich und fein oder lieblos entstellt.

Mit Worten und Gesten fängt alles an.
Zwischen dem, was wir sagen, liegt Freiheit und Zwang.
Was immer wir äußern, denken und reden,
es mündet letztlich in Fluch oder Segen.

© Otto Pötter

Bild: Manfred Bröker, Rheine

Nimm das Leben, wie es ist
und denke nicht, so könnt‘ es sein.

Fluche keinem deiner Tage.
Was du ertragen musst, ertrage.

Was auch immer dir begegnet:
Segne, und du bist gesegnet.

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Wenn es regnet, lass es regnen.
Scheint die Sonne, freue dich.
Was auch immer dir begegnet,
sieh, es kehrt und wendet sich.

Ob du es mit frohem
oder trübem Sinn beschaust,
helfen kann es dir zu Hohem,
wenn du hoher Kraft vertraust.