Als Dozent für logotherapeutische (sinnzentrierte) Persönlichkeitsentwicklung bin ich seit Jahrzehnten bundesweit mit Seminaren und Vorträgen in der Erwachsenenbildung tätig, überwiegend in Klöstern, geistlichen Zentren, Volkshochschulen und öffentlichen Bildungseirichtungen (siehe Menü: Feedback).
Über Otto Pötter
Als Dozent für logotherapeutische (sinnzentrierte) Persönlichkeitsentwicklung bin ich seit Jahrzehnten bundesweit mit Seminaren und Vorträgen in der Erwachsenenbildung tätig, überwiegend in Klöstern, geistlichen Zentren, Volkshochschulen und öffentlichen Bildungseirichtungen (siehe Menü: Feedback).
Oft tropfen, arg einsam, die Tage dahin; in jedem Tropfen die Frage nach Sinn. Mag quälen das Tröpfeln auch noch so sehr, es stellt jeder Tropfen die Frage nach mehr …
Stell’n wir dem Geschick uns nicht länger quer, stellt‘s neue Bezüge zum Leben her. Großes erscheint uns dann plötzlich ganz klein; das Kleine dagegen viel echter und rein.
Es rückt, statt zu hadern mit seinem Geschick, das wirklich Wichtige mehr in den Blick. So können wir wunderbar wieder lernen, uns vom A und Ω nicht so weit zu entfernen.
Das große Ich verwehrt das Glück; das kleine Ich sieht’s Stück für Stück. Was zählt sind nicht die großen Sachen, die kleinen sind‘s, die glücklich machen.
Das Kleine ist oft eine Hülle, die Großes unerkannt enthält; doch braucht Interesse es und Stille, damit es auch erhellt und hält.
Die Wurzeln, tief verzweigt vom Baum, sind Grund dafür, dass er nicht bricht. Sieht man sie auch so gut wie kaum, der Baum wächst durch sie hin zum Licht.
Auch ihr, seid helle, heiter, fleißig; achtet das, was scheinbar klein. Geringes ist oft unermesslich, Grobes in sich oft sehr fein.
Im Kleinen Großes zu beachten, erschließt den Sinn von dem, was ist. Was immer wir auch so betrachten, erscheint gleich klarer, nicht mehr trist.
Doch kann nur Gott zum Guten wenden, was auch mal plagt; Er macht uns froh. Ja, ob wir leben oder enden: « Laus et honor Domino! »
Religiosität Sinn, Zuversicht, Gottvertrauen Das Ende als Wende – Trauersprüche
Bild: pixabay
Leben wir wohl nicht alle aus einer Kraft, die größer ist, als wir selbst?
Prüfe mit Vernunft und glaube von Herzen.
Beredet die Vernunft den Glauben, summt die Seele.
Neben der Pedanterei wird der Geist erst richtig frei, wenn er kann Grenzen überschreiten, um sich in Höherem zu weiten.
Auf dass wir nicht verkommen: Wir kommen nicht von irgendwo und enden nicht im Nirgendwo.
Bekommt der Glaube Risse, beginnt eine Reise ins Ungewisse.
Wir hielten die Erde einmal für den Mittelpunkt unseres Universums; es dauerte lange, sich von diesem Irrtum zu trennen. Heute meinen viele immer noch, unser Ich sei die Mitte unseres Wesens; wie lange wird es noch wohl dauern, bis wir uns von diesem Irrtum trennen?
Es ist immer das eine im andern, nicht das eine hier und das andere dort.
In den Gedanken wabert der Zweifel – die Sinne aber trügen nicht. Die Sinne sind Gott näher als unsere geistigen Fiktionen.
Leben ist nur im Augenblick. Erfüllte Augenblicke füllen die Zeit.
Je mehr Aber, umso mehr Aberglaube.
Der Zweifel macht unruhig, der Glaube beruhigt.
Ob Glaube gesund macht? Wohl mehr noch, er macht heil.
Die Seele kennt kein Mittelmaß.
Unser Leben endet nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Doppelpunkt.
Was unser Leben so anstrengend macht, wir vergessen die Gnade.
Im Gebet fängt sich der Mensch.
Gott finden heißt, seinen Ruf als Berufung wahrzunehmen, da kann kein anderer für uns selbst eintreten.
Im Christlichen liegt „dein Wille geschehe“ genau zwischen Widerstand und Ergebung und dann in Hingabe mündet.
Das Wunder verbirgt sich im Alltäglichen.
Der Körper erhält. Der Geist erhellt. Die Seele durchstrahlt.
Gott wirkt und der Mensch wird.
Zwar ist Gott ohne Gestalt, aber er ist die Gestaltungskraft in jeder Gestalt.
Das Vertrackte am sogenannten besten Willen ist, dass er versucht ist, Glaube und Spiritualität zu seiner Sache zu machen.
Unsere Glaubensgespräche sollten menschlicher werden, und unsere säkularisierten Gespräche gläubiger.
Je nach kultureller Entwicklung durchlaufen Religionen unterschiedliche Entwicklungsgrade – dabei hat jede Stufe ihre Berechtigung, nur nicht dann, wenn sie dort steckenbleibt und Allgemeingültigkeit für sich beansprucht. Es mögen die gleichen Wahrheiten bleiben, aber sie werden auf jeder Stufe im Licht der Zeit unterschiedlich gedeutet.
Die klassischen Glaubenswege sind wie die Landkarten des Geistes.
Transzendentes kann nicht zerfallen, da es keine Teile hat. Somit wäre es auch widersinnig, die Seele als unsterblich zu bezeichnen, da die Seele keine Struktur hat, bei der Sterblichkeit bzw. Unsterblichkeit impliziert wäre.
Was nicht angenommen wird, kann sich nicht verwandeln.
Die Bibel ist anders zu lesen als eine Zeitung.
Wer glaubt, traut Gott uneingeschränkt alles Gute zu.
Gebete sind immer auch so etwas wie seelische Orientierungsgespräche.
Seelsorge gleicht zwei offenen Armen, in denen man sich sicher und geborgen, aber nicht eingeengt fühlt.
Meditation spürt dem Wunder der Wandlung nach.
Alles, was ist, ist von Gott her im großen Zusammenhang der Schöpfung auf ihn hin ausgerichtet.
Ich möchte glauben, dort, wo ich das Ganze nicht mehr sehe und ich als Mensch es nicht verstehe; da, wo verstummt das klügste Wort. Ich weiß in Demut, dass mein Blick das Ganze nicht erkennen kann. Doch glaub ich, dass ich irgendwann weit mehr erkenn‘, als nur ein Stück. (1. Kor 13,12)
Ein stärkender Glaube lebt von glaubwürdigen Projektionen.
Aufhören zu bitten, das heißt, aufhören zu glauben.
Glaube ist der Beschützer unserer Scheidewege.
Wir leben in einer Welt mit vielen Wirklichkeiten; die alle auf eine ursächliche Wirklichkeit hinweisen.
Angst zerbricht an glaubensstarker Zuversicht.
Ein guter Glaube vertraut Glaubensinhalten mit lebensförderlichen Aussagen, die in einem Bekenntnis münden und sich in ansprechenden Symbolen sinnvoll zu verdeutlicht suchen.
Gebet ist Herzpoesie.
Wir leben in einer Wirklichkeit, die alle auf eine ursächliche Wirklichkeit hinweisen.
Das Gebet lässt ruhig werden, ohne seine Ruhe haben zu wollen; denn da möchte etwas weiterwirken.
Sich Gott schweigend zu nähern ist förderlicher, als über ihn zu reden.
Wir denken oft zu „selbst-verständlich“ von Gott.
In der Ruhe regt sich die Seele, um uns in den Sinn zu kommen.
Gebet und Gesang sind das Einatmen der Seele, Stille und Schweigen das Ausatmen.
Sich von Berührtem anrühren zu lassen, gleicht einem Gebet – dabei scheint das Unberührbare durch.
Erst die Bereitschaft, in das Schweigen zu horchen, ermöglicht es, seiner inneren Stimme zu gehorchen.
Besser glauben, als grübeln.
Glauben beginnt in der Bereitschaft, Vertrauen gegen Kontrolle einzutauschen.
Überzeugungen zu sammeln, ersetzt keinen Glauben.
Das Gegenteil vom Glauben ist nicht Unglaube, sondern Misstrauen.
Glaube und Sinn sind heilende Fiktionen, die jenseits dessen liegen, was Wissenschaft und Vernunft dem Menschen geben können.
Der Glaube ist nicht das Heil, er ist der Weg zum Heil.
Das Heil ist nicht für alle gleich, jeder ist auf seine Art am Heil mitbeteiligt.
Hoffnung und Zuversicht gibt es nur für die Nichtfertigen, für die Suchenden, die darauf vertrauen, dass das Wesentliche noch kommt.
Was unser Leben so anstrengend macht? Wir vergessen die Gnade.
Die stärksten seelischen Kräfte sind das Staunen und die Erschütterung.
Nicht Gott hört auf, Gott zu sein, weil angeblich die Menschen seiner nicht bedürfen, wohl aber wird der Mensch weniger Mensch, wenn er glaubt, ohne Gott, Mensch sein zu können.
Im Prozess gegen Gott macht man sich selbst zum Götzen.
Wer Religion bekämpft, schlägt sich den Kopf am Sinn des Lebens.
Schaffen auch wohl immer mal wieder einige Staaten Gott ab, so ist und bleibt Gott dagegen ja nun doch erstaunlich tolerant.
Ohne Gott Häm‘ und Spott.
Wo Frieden, da Gott.
Man kann ohne Gott leben, mit ihm aber lebt es sich besser.
Gott geht dem entgegen, der zu ihm kommen will.
„Vielleicht“ reicht nicht für Gott, aber es ist schon mal ein guter Anfang.
Fehlt dem Glauben die innere Gewissheit, hat der Aberglaube leichtes Spiel.
Unausgesprochen verbirgt sich im Glauben eine vertrauensvolle Offenheit; wer hingegen seinen Glauben durch letzte Gewissheiten absichern will, verfällt dem Aberglauben.
Aller Aberglaube ist ein Glaube mit einem Aber.
Die Fenster zu Gott sind keine Schaufenster.
Gott und der Glaube sind keine emotionalen Handelsgüter einer spirituellen Marktwirtschaft.
Wir können nicht etwas von Gott wollen, ohne ihn nicht auch selbst zu wollen.
Brechen stärkende Obervorstellungen, drängen furchterregende Untervorstellungen nach oben.
Religion darf keine geordnete Magie sein. Die Magie verfällt dem Wahn, Gott in die Verfügungsgewalt des Menschen zu bekommen.
Der christliche Glaube hat Konsequenzen.
Wer glaubt, nimmt alles ins Gebet.
Spiritualität, die Konflikte verharmlost, säuselt um sich selbst.
Nicht wo der Himmel ist, ist Gott; sondern wo Gott ist, ist der Himmel.
Glaube ist alles andere als „Ja und Amen“.
Ja sicher gibt es die Sünde! Wie immer wir es nennen, Sünde ist der Widerspruch zur eigenen Vernunft.
Was wir Sünde nennen, ist entweder ein widernatürliches Verhalten oder die Tat wurzelt in einem Mangel an gesunder Selbsterkenntnis, indem man sich etwas anmaßt, was einem gar nicht zusteht.
Schlimmer noch als die Sünde selbst ist der blinde Trotz, einfach so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre.
Wird die Sünde geleugnet, feiert der Teufel fröhliche Urständ.
Vermeide die erste Sünde und du ersparst dir viele andere.
Sünde „sondert ab“.
Es gibt eine Kreisbewegung zwischen Glauben und Vernunft. Der Kreis schließt sich mit dem Gewissen.
Propheten verkünden Gottes Auflehnung gegen Sünd‘ und Schande in der Welt.
Es fehlt am nötigen Biss, je mehr der religiöse Jargon ausleiert.
Was besonders die Kirche auch sein soll? Eine heilsame Widerstandsbewegung gegen die Gleichgültigkeit der Welt.
Der Kernsatz der Frohen Botschaft lautet: Fürchte dich nicht.
Je stärker der Sinnanruf, umso deutlicher das Bekenntnis und umso überzeugender die Tat.
To make the best of it: Das Beste ist, das Beste daraus zu machen.
Gott gibt seine Gnade nicht auf Vorschuss.
Wer von Gott spricht, muss nach vorne hin offen sein.
Glaube ist Bejahung.
Gott wirkt durch Zweitursachen: Schöpfung, Natur und Kreatur.
So wie in jedem Wassertropfen Wasser und in jedem Funken Feuer ist, ist auch in jedem Geschöpf der Schöpfer.
Wenn wir von Naturgesetzen reden, stellt sich die Frage nach dem Gesetzgeber. Schuf Gott das Meer, bauten wir die Schiffe, er schuf den Wind, wir die Segel. Selbst bei Windstille noch inspirierte sein Heiliger Geist uns, zu rudern.
Das ist der stärkste Glaubenssatz: Selbst größtes Unglück soll niemals zum Unheil werden.
Als Menschen stehen wir mit den Füßen auf der Erde und berühren mit der Stirn den Himmel.
Je ungewisser das Empfinden, umso notwendiger das Gebet.
Zweifel, der die Hoffnung erwürgt, mündet in Verzweiflung.
Unser Leben schwankt zwischen Verheißung und Verhängnis; der Mythos bringt beides in die Waage.
Wer glaubt, braucht keine Beweise, Hinweise genügen ihm.
Glaube verändert nicht die Fakten, aber den Blick, mit dem wir die Fakten betrachten.
Alles bleibt sich gleich und doch ist im Licht des Glaubens gleich alles ganz anders.
„Die Wahrheit“ in der Religion bleibt immer unaussprechlich. Sie ist nicht im Kopf zu finden, sondern im Empfinden (Joh 18,38).
Von Heiligem geht Heil aus, das erschüttert.
Da, wo Besonderes geschieht, scheint die Ewigkeit mit durch.
Wir Menschen sind Doppelwesen, die als Verpuppung gleichsam eine höhere Existenz in sich tragen.
Wir leben Wand an Wand mit dem Absoluten.
Glauben ist immer ein Schritt von sich weg, hin zu etwas, was über uns hinausweist.
Wenn ich davon ausgehen kann, im Leben geleitet zu sein, so bedarf es meinerseits eine Einwilligung ins Geleitetsein. Erst das festigt meinen Glauben, alles andere wären nur schöne Worte.
Glaube? – Ich lasse mich los und verlasse mich auf Gott.
Gottesdienst gründet in der Bereitschaft, Gott zu dienen – nicht die eigenen Vorlieben beweihräuchern zu lassen.
Im Glauben werden der Wirklichkeit Möglichkeiten zur Seite gestellt, die der menschlichen Sehnsucht tief innerlich entsprechen.
Was wäre ein Fest ohne Formen und Riten? Da lädt das festliche Glockengeläut zu einer besonderen Feier und im Gottesdienst ist es die Liturgie, die die Würde dieser Feier wahrt.
Die Marienverehrung verleiht dem Christentum Menschlichkeit und Wärme.
Sinnverlust ist die Obdachlosigkeit der Seele.
In jedem Gottesdienst wird dem Wohlwollen feierlich Raum gegeben.
Wenn es heißt: „Wie neu geboren“, so ist genau das mit der Taufe gemeint.
Glaube und Liebe sind Motivationen des Künftigen, mit heutiger Wirkung.
Die Mythologie ist der Ursprung der Geschichte – und der Weitsprung in die Geschichte …
Wer anders denkt, denkt manchmal für mich mit.
Wer wäre schon mit seinem Glauben fertig? Mit einem fertigen Glauben kann ich andere fertig machen, mit einem suchenden andere besuchen.
Die verschiedenen Religionen lassen sich am ehesten verstehen, wenn man sich ihre Feste näher betrachtet.
Auf dem Werdegang meines Lebens erscheint mir „die Kirche“ als ein einladendes Gasthaus, um gestärkt und zuversichtlich weitergehen zu können.
Gott ist Stütze mir und Licht; Gottes Geist verlässt mich nicht.
Das Gebet ermutigt, ohne Angst seinen Weg auch mal allein zu gehen.
Hingabe? Ich halte mich Gott hin und vertraue seiner Gabe.
Hingabe ermöglicht eine leise Berührung; ganz fein werden wir im schönsten Sinne des Wortes schwach – und etwas Großes wird stark …
Ist von Gott die Rede, ist das Ende der Sprache erreicht.
Gäbe es auch nur zwei glaubensbezeichnende Worte, so wären es Friede und Freude, auf spanisch „Paz y Alegria“. Diese beiden Worte verwendete als Charakteristikum Gottes der mexikanische Bischof Jesús Sahagún de la Parra (* 01.01.1922), Ordinarius der Diözese Tula von 1961 – 1985, als Vermächtnis anlässlich seines einhundertsten Geburtstages am 01.01.2022 in Uruapan, Mexico (Michoacán) – hier im Originalton zu hören:
„Nur durch gegenseitigen Respekt unserer kulturellen Wurzeln sind Fortschritt, Frieden und Freude durch Gottes Heil möglich.“ Jesús Sahagún de la Parra
Behütet und geborgen
Ich möchte Stress mit Ruhe tauschen einfach da sein, still, geborgen. So möchte ich nach innen lauschen, wohlbehütet, ohne Sorgen.
Es atmet mich im Schweigen. Ich ruhe, ganz ergeben. Von innen her nun steigen Bilder auf, die mich beleben.
Statt zu denken, schaue ich. Transparent schau ich, lichtfein … Herz und Seele öffnen sich und lassen Sternenschein hinein.
Ich fühl mich frei, empfinde Weite, warm durchstrahlt von hellem Licht. Gott steht schützend mir zu Seite, es ist, als ob Er mit mir spricht.
Mir zeigt sich, wer ich wirklich bin; ich seh‘ mich klar auf meinem Weg, als Ziel voraus mein Lebenssinn und hinter mir manch Sakrileg.
Seelenruhig wird mir gewiss: Ich bin behütet und geborgen. Heil ist alles, ohne Riss, unbekannt sind Angst und Sorgen.
Kein Kummer kann mich hier erreichen. Ich atme leicht und unbeschwert, spür, wie alle Zweifel weichen und nichts mehr meinen Frieden stört.
Erfüllt von makelloser Harmonie durchströmt mich heilend, stärkend, rein, göttlich durchwirkte Energie. Ich fühl mich niemals mehr allein.
Die physikalische Welt, so wie wir sie (derzeit) sehen, ist sicher nicht die einzige Realität im Universum.