Bedenkenswertes

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Auch der Zweifel
ist nicht frei vom Zweifel.

Steckt nicht wohl in jedem Baum
auch ein Traum vom Purzelbaum?

Wie die Flüsse ohne Auen
sind die Männer ohne Frauen.

Wenn ich mit mir allein bin,
sind wir da nicht schon zu zweit?

Der Egoist bewahrt sich,
statt sich zu bewähren.

Steht der Mensch im Mittelpunkt?
Oder ist er nur Mittel? Punkt.

So wichtig der Wille auch ist,
kürt er nur sich selbst, entsteht Willkür.

Je mehr Abstand ich zu mir selbst einnehme.
umso mehr Freiheit gewinne ich.

Freiheit ohne Ideal wird zur Ausschweifung
und endet im Verdruss.

Der Dämon lauert im Absoluten.

Was stimmt,
ist nicht zugleich auch immer stimmig.

Das beste Bildungsferment
ist der Blick auf die Folgen.

Klaffen Wissen und Gewissen auseinander,
laviert das Wissen nur mittels Kulissen.

Ein Gewährenlassen ist noch kein Geltenlassen,
ein Gestatten noch kein Stattgeben,
aber es sind Annäherungen hin zur Mitte.

Die Deutung geht der Bedeutung voraus.

Denken ersetzt nicht das Lenken,
Danken aber verhindert das Wanken.

Unterdrückt der Verstand die Begeisterung,
lauert auf kurz oder lang die Schwer-Mut.

Wird der Trieb zum Vertrieb,
wird er zum Widersacher des Lebens.

Fehlt es am Tag an Schweigen und Stille,
so fehlt es ihm letztlich an Wert und Fülle.

Ausleben ver-lebt.
Enthaltung be-lebt.

Das Zauberwort für Liebe heißt: Für dich.
Das Zauberwort der Triebe heißt: Für mich.

Ein Satz kann oft nur ein Ansatz sein.

Die Realität
und deren distanzierte Betrachtungsweise
mündet in schlüssigen Folgeerkenntnissen.

Berufung braucht keine Bewerbung.

Wird Toleranz zur Indifferenz,
ist zu viel Hefe im Teig.

Neutralität ohne Ant-Wort
offenbart Unmündigkeit.

Die Klugheit baut Brücken
zwischen Realität und Ideal.

Ein gutes Wort möchte etwas einfangen,
was jenseits vieler Worte liegt.

Spricht die Seele,
wird ihr nur allzu schnell widersprochen.

Das Gleichnis ist als Sinnbild
die einzige Form, in der es möglich ist,
Unaussprechliches anzudeuten.

Der Neugierige sucht nicht nur neue Erkenntnisse,
sondern er rührt nur in diesen Erkenntnissen herum,
ohne sie in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Wir sind nicht das Gute selbst,
sondern nehmen nur daran teil.

Das Schöne sucht die Faszination
des Ewigen in der Wirklichkeit.

So wenig wir wissen, woher Geist und Kultur stammen,
wissen wir, wohin sie streben und was sie letztlich bewirken.
Für beide ist der Kosmos offen. Der Geist ist nicht erdenschwer.

Der Mensch lebt quasi als ein Doppelwesen,
das, wie durch eine Verpuppung,
eine höhere Form der Existenz in sich birgt.

Philosophie
ist nicht in erster Linie die Liebe zur Wahrheit,
sondern eine Liebe zur Weisheit.

Erst das Bekenntnis
macht aus der Erkenntnis einen Wert.

Eben weil wir uns unsere Gottähnlichkeit selbst zuerkennen,
müsste uns der Zustand unserer Welt beschämen.

Wenn wir uns als Geschöpfe bezeichnen,
setzt das einen Schöpfer voraus.

Wenn wir von Naturgesetzen reden,
stellt sich die Frage nach dem Gesetzgeber.

Schraube und Mutter sind wichtig.
Aber sie wissen nichts von der Maschine.

Wenn wir andere verletzen, erzeugen wir Situationen,
in denen wir niemals geistigen Frieden finden.

Zwischen Ja und Nein
war es oft eine Kurzatmigkeit,
sich für sein Ideal totschlagen zu lassen.

Wer Lug und Trug hofiert,
verliert.
im Falle eines Falles
alles.

Wird Schuld vernebelt, ist die Hölle los.

Die Psychosklerose
sucht die Tat außerhalb des Täters.

Ohne Charakterbildung kein Friede; denn:
Alle politischen Katastrophen
gehen auf Lug und Betrug zurück.

Auch ein Nichttun kann schuldig machen.

Wenn wir aufhören, die Fehler und Leiden
unseres Lebens wegzuwünschen,
wird Unmögliches möglich.

Der Bekennermut erfordert eine Haltung,
die hält, was sie verspricht.

Das Martyrium zeigt,
dass es kein Heil ohne die Wahrheit gibt.

Weil die Sehnsucht die Liebe treibt,
wirkt die Liebe über die Vernunft hinaus.
Tapferkeit ist eine Zu-Mutung,
die aus gutem Grund auch immer bestanden sein will.

Je mehr das große Ich wuchert,
umso rücksichtsloser wird das Verlangen.

Erwartungen sind Regungen des Herzens;
sie setzen ein Wartenkönnen voraus.

Mit der Uhr in der Hand
betrügen wir uns um die Fülle der Zeit.

Keiner kann das kommende Leben
schon heute auf einmal leben.

In allem steckt mehr.

Das Licht hat keine Farbe, aber
ohne Licht gibt es keine Farbe.

Unverhofftes schenkt neue Hoffnung.

Trauer ist der Preis der Freude.

Leid verbindet oft zum Glück.

Der Mensch ver-endet nicht,
sondern voll-endet sich.

Nahtoderlebnisse
sind keine Nachtoderlebnisse.

Das Sterben liegt kurz vor dem Ziel,
der Tod dahinter.

Der Tod wird mit der Geburt mitgeboren;
er ist am Ende kein Umbringen,
er ist ein Vollbringen.

Verstorbene gehen nicht nur weg,
sie kommen auch an.