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Das ist dann zeitgemäß

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Irgendwann gibt es eine Zeit,
die scheint wie aus der Zeit gefallen –
das ist dann zeitgemäß.

So ein Zeitabschnitt
ist wie ein Abschnitt der Zeit,
irgendwie unwirklich zeitgemäß.

Dann ist es besser,
etwas zu ertragen, statt sich zu beschweren.

Dann ist es mutiger,
sich zu fügen, als sich zu behaupten.

Dann ist es hilfreicher,
innezuhalten, statt weiterzumachen.

Dann ist es sinnvoller,
zu schweigen, als zu reden.

Dann ist Abschied Aufbruch.
Das ist dann zeitgemäß.

Kurz gesagt

© Otto Pötter

Bild: Tobias Pötter (George Town, Malaysia, 2025)

Wir leben so dahin
und nehmen nicht in Acht,
dass jeder neue Tag
das Leben kürzer macht.

Umarmt

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Umarmt zählt das Fühlen, nicht das Denken;
umarmt will das Leben uns reich beschenken.
Umarmungen machen glücklich und frei,
sie entfesseln uns staunend wie Zauberei.

Wir können uns wahrlich hier im Leben
Gar nicht genug Umarmungen geben.

Leben, wofür

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Verdrießlich ist die Langeweile,
man lebt und weiß doch nicht wofür.
Der Müßiggang kennt keine Eile
Und noch viel weniger Pläsier.

Verlor’ne, ungenutzte Zeit
bringt nur Verdruss und Widrigkeit.

Liegt nicht in jeder Lebenslage
Die Chance zur sinnerfüllten Tat?
Verstummt nicht selbst die größte Klage,
wenn man sein „Ja“ gesprochen hat?

Nur in beherztem Streben
wird unsrem Leben Sinn gegeben.

Gelegenheiten aller Arten
ergeben sich, wenn man nur will.
Viele sind’s, die auf uns warten,
geduldig, hoffnungsfroh und still.

Uns bleibt, wir sollten’s stets bedenken,
im Leben nur, was wir verschenken.

Vom A und Ω

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Oft tropfen, arg einsam, die Tage dahin;
in jedem Tropfen die Frage nach Sinn.
Mag quälen das Tröpfeln auch noch so sehr,
es stellt jeder Tropfen die Frage nach mehr …

Stell’n wir dem Geschick uns nicht länger quer,
stellt‘s neue Bezüge zum Leben her.
Großes erscheint uns dann plötzlich ganz klein;
das Kleine dagegen viel echter und rein.

Es rückt, statt zu hadern mit seinem Geschick,
das wirklich Wichtige mehr in den Blick.
So können wir wunderbar wieder lernen,
uns vom A und Ω nicht so weit zu entfernen.