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Stuhlgang

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Etwas faltig, etwas kahl,
schleicht Karl zum Örtchen seiner Wahl.
Weil Karl nicht mehr so ganz vital
ist auch so stark nicht mehr der Strahl.

Doch auch der Gang, der mit dem Stuhle,
ist oft begleitet von Gehuule.
Also vertraut sich Karl nun dann
vertrauensvoll dem Doktor an.

Der Medikus, studiert, ganz Ohr,
nimmt sich sodann den Stuhl gleich vor.
Verblüfft ist er – und trollt sich,
Karls Stuhl erscheint ihm holzig!

Und, wie nur kann es möglich sein,
wurmstichig auch noch obendrein.
So dass nun Karl, ein wenig schnöd,
mit seinem Stuhl zum Schreiner geht.

Nordsee

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Fahrplanstress und Kreisverkehr,
so was gibt es hier nicht mehr;
schauen wie die Wellen rollen,
Robben robbend streun und tollen.

Schlendern auf der Promenade,
wandern, fernab im Gestade;
in warmer Sonne heiß auch träumen,
indes die Wellenkämme schäumen.

Weite weiße Strände,
Dünen ohne Ende;
auf dem Wind die Wolken reiten,
prächtig, bis in ferne Weiten.

Selber locker auch mal trimmen,
radeln, laufen oder schwimmen;
um die Nas‘ gesunde Luft,
in der Nase Bratfischduft.

Den Helgoländer Hummer knacken
und beim Jever Kopp in‘ Nacken.
Doch brauset auch mal der Nordwest,
geht’s kuschelig ins Katennest.

Genießen, träumen, stillvergnügt,
Nordsee, Nordsee, das genügt.

Die Zehn Gebote

im Alltagsvers

Bild: pixabay

Ich bin dein Gott, dein Schutz und Schild,
drum achte das, was jeher gilt.
So halte stets in gutem Lote,
diese meine Zehn Gebote:

  1. Vergötter keine Macht der Welt;
    lass mich Dir treu zur Seite stehn.
    Ich bin dein Gott, der dich erhält,
    mit Mir wirst du nie untergehn.
     
  2. Halt Mich im Leben treu in Ehr‘;
    bekenne achtsam Meinen Namen.
    So offenbart sich immer mehr
    der Sinn. Sag du dazu dein Amen.
     
  3. Verrenn dich nicht im Übermaß
    in Arbeit, Stress oder Klimbim.
    Tu gern auch für die Seele was,
    drum sei der Sonntag dir Gewinn.
     
  4. Seid einander zugetan
    als Vater, Mutter oder Kind.
    Und nehmt euch gern mal in den Arm,
    auf dass die Liebe wieder stimmt.
     
  5. Halte an dich, niemals morde!
    Leben ist das höchste Gut.
    Achte Pflanzen, Tiere, Worte;
    sei vor Rufmord auf der Hut.
     
  6. Breche nicht den Ehebund
    Leichthin aus zügelloser Gier.
    Befasse dich auch nicht mit Schund,
    bewahre dir ein Ehrgespür.
     
  7. Lass liegen, was dir nicht gehört.
    Raub und Stehlen bringt kein Glück.
    Auch Raffgier ohne Rücksicht stört
    und macht kaputt nur, Stück für Stück.
     
  8. Dein Wort sei ehrlich stets und klar,
    nicht zweischneidig oder gerissen.
    Ist das, was du sagst fair und wahr,
    belastet ’s auch nicht dein Gewissen.
     
  9. Sei vor Begehrlichkeiten auf der Hut.
    Der Geiz stößt ab durch Unmanier.
    Wem nie genug ist Geld und Stuss,
    vertreibt das Glück durch seine Gier.
     
  10. Nicht alles was da lockt, macht froh,
    schon nicht in Sodom und Gomorra.
    Besser ist es für dich so:
    Ora et labora.

Ins Licht

Bild: pixabay

Du guter Gott, an unserm End
schenk Leben, dass kein Ende kennt.
Führ uns, mit Jesu treu Geleit,
ins Licht Deiner Glückseligkeit.


Bücher von Otto Pötter aus dem Aschendorff Verlag Münster
z.B. Vom kleinen und vom großen Ich oder Jeden Tag etwas, aber keinen Tag nichts
sind zeitlos wertvolle Lebensbegleiter