© Otto Pötter

 

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Wer guten Sinn’s hier kommt herein,
der soll uns auch willkommen sein.
Doch wem egal Takt und Manier,
der bleibe draußen vor der Tür.

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An Namen und auch Annahmen
hält das Leben viel parat.
Doch hängt wohl auch in manchem Rahmen
ein schillerndes Falsifikat.

Es war denn auch schon immer so,
die Avantgarde beherrscht den Raum.
Was neu ist strahlt in Glitzershow,
das Seriöse merkt man kaum.

Jedoch mit etwas mehr Bedacht
erwies mit Reu‘ sich offenbar,
dass manches war zu kurz gedacht,
nicht achtend gutes Inventar.

Nicht alles, was sich namhaft gibt,
hält dauerhaft auch die Balance.
Schnell wird dabei was weggeschnippt,
was Haltung gab und Contenance.

Es heißt wohl nicht von ungefähr,
zu prüfen alles im Obwalten;
denn nach wie vor gilt eines sehr,
das Gute würdig zu behalten.

Drum gilt der Rat, erst abzuwägen,
ob es auch trägt, so manch Geheiß –
um nicht den Ast feist abzusägen,
auf dem man sich getragen weiß.

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Wer Unfug trivial hofiert,
verliert.
Im Falle eines Falles
dann oft auch schon mal alles.

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Ordnung, aber keine Diktatur,
Freiheit, doch nicht Anarchie.
Fortschritt ja, nicht aber Unkultur,
Ruhe, aber keine Lethargie.

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Arglist, Trugbild und Tabu …
Gräben graben, Türen zu?
Zäune zieh’n und Mauern bau’n?
Und dann? – Wie in die Welt wohl schau’n?

Zwar braucht jeder wohl sein Reich,
aber, Gott erbarm, nicht gleich
eine Festung in der Welt,
die and‘re in die Ecke stellt.

Denn ist ’s auch noch so schön daheim:
Keiner lebt für sich allein.
Türen öffnen, reden, lachen,
all das kann uns nur reicher machen.

Gäb’s ein Wort hierfür mit Mut,
so wär‘ „Europa“ dafür gut.
Grenzen öffnen, Weite wagen,
allein wird keiner dann verzagen.

Viel mehr „Wir“ statt stur nur „Ich“,
schafft Raum zur Mitte, durchgängig.
Dort hat bei Chorgesang und Tanz
auch Krieg und Zwietracht keine Chance.