© Otto Pötter

 

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Oft tropfen, arg einsam, die Tage dahin;
in jedem Tropfen die Frage nach Sinn.
Mag quälen das Tröpfeln auch noch so sehr,
es stellt jeder Tropfen die Frage nach mehr …

Stell’n wir dem Geschick uns nicht länger quer,
stellt‘s neue Bezüge zum Leben her.
Großes erscheint uns dann plötzlich ganz klein;
das Kleine dagegen viel echter und rein.

Es rückt, statt zu hadern mit seinem Geschick,
das wirklich Wichtige mehr in den Blick.
So können wir wunderbar wieder lernen,
uns vom A und Ω nicht so weit zu entfernen.

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Das große Ich verwehrt das Glück;
das kleine Ich sieht’s Stück für Stück.
Was zählt sind nicht die großen Sachen,
die kleinen sind‘s, die glücklich machen.

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Was gern du tust, das tu,
lass das Gesums recht klug in Ruh.
Denn naseweis herumzufummeln,
verleitet obendrein zum Schummeln.

Wird Wichtiges jedoch umschwindelt,
wird Unsinn dabei noch gebündelt.
Zum Schluss heißt es gar folgenschwer:
Rien ne va plus – nun geht nichts mehr.

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Fahrplanstress und Kreisverkehr,
so was gibt es hier nicht mehr;
schauen wie die Wellen rollen,
Robben robbend streun und tollen.

Schlendern auf der Promenade,
wandern, fernab im Gestade;
in warmer Sonne heiß auch träumen,
indes die Wellenkämme schäumen.

Weite weiße Strände,
Dünen ohne Ende;
auf dem Wind die Wolken reiten,
prächtig, bis in ferne Weiten.

Selber locker auch mal trimmen,
radeln, laufen oder schwimmen;
um die Nas‘ gesunde Luft,
in der Nase Bratfischduft.

Den Helgoländer Hummer knacken
und beim Jever Kopp in‘ Nacken.
Doch brauset auch mal der Nordwest,
geht’s kuschelig ins Katennest.

Genießen, träumen, stillvergnügt,
Nordsee, Nordsee, das genügt.

© Otto Pötter

 

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Der Kunstausschuss kam zu dem Schluss,
dass frei zwar wären die Gedanken,
sie dennoch aber bräuchten Schranken,
damit geäußert würde nicht nur Stuss;

das gäbe Anlass oft zur Klage.
Auch gäben bei dem ganzen Schmu,
noch Dussel ihren Senf dazu,
umso heikler würd‘ die Lage.

Wie an der Ems geredet würde,
sei, in spärlichem Gebrauch,
Sprache ohne Schwall und Rauch,
knapp gesätzt und ohne Hürde.

Sprachsparbücher gäb’s sogar;
denn längs der Ems, an jedem Orte,
spare man der vielen Worte
und käme dennoch bestens klar.