Werte – Ethik

Ethik, Sitte und Moral

Das Gefühl, in Ordnung zu sein

Bild: pixabay

Wenn es für jeden gleichermaßen
eine wertvolle Aufgabe im Leben gibt, so die,
aus der Person eine Persönlichkeit zu schaffen.

Solange uns eine von gemeinsamen Werten geprägte Sinnorientierung fehlt,
die über jedes eigene Tun hinausweist,
verlieren wir uns in Zwecke ohne Destination
mit der Folge eines kollektiven Ruins.

Schauen wir genauer hin,
steht alles im Gegenlicht absoluter Befristung.

Gehört ist noch nicht verstanden.
Verstanden ist noch nicht einverstanden.
Einverstanden ist noch nicht getan.

Unzerdachte Lügen, die der Hoffnung dienen,
werden zu stärkenden Wahrheiten.

Auf eine gute Ernte hin sind beizeiten die Rebstöcke
auf ein, höchstens zwei Rebzweige zu beschneiden,
diese umsichtig einschneidende Reduktion dient der Fruchtbarkeit.

Nichts wirkt klarer, die verbleibende Lebenszeit wertvoller auszurichten,
als der Tod eines vertrauten Menschen.

Ein gutgemeinter Hinweis ist wirksamer,
als ein ernstgemeinter Ratschlag.

Ohne Vertrauen macht Stille Angst;
schmilzt die Angst, wird das Herz weich.

Wer nicht zur Ruhe kommt,
kann nicht wirklich „danke“ sagen.

In der Stille fügen sich die Töne
zum Klang.

Die Ruhe vom Lauten öffnet das Leise,
die Ruhe vom Schnellen, weitet die Kreise.

Wenn du nach innen gehst,
begegnen dir deine Schatten;
stutze nicht, irgendwann
stehst du im Licht.

Gleich lauthals dagegen
bleibt oft ohne Segen.

Indem alles in Frage gestellt wird,
werden Sinnbezüge verweigert.

Manchmal hilft in der Tragödie nur noch der Humor.

Eigensinn bewaffnet Werte.

Ungeduld und Eitelkeit
ziehen vorlaut an einem Strang.

Es gibt noch andere Werte,
als die Leberwerte.

Werte sind keine Waren,
von denen zwölf auf ein Dutzend gehen.

Wo die Menge,
da lauert der Irrtum.

Fixwert schafft Mehrwert.

Wetteifernd über Werte zu werten,
entwertet den Wert der Werte.

Kein Tusch,
wenn das Wertvolle erscheint.

Die Natur braucht kein Erbarmen,
mit Demut lasst uns sie umarmen.

Wahre Werte machen „klein-laut“.

Mit der Reife wächst die Wertschätzung.

Das Gute soll zwar dezent,
aber auch effizient sein.

Wird das Ich entwichtigt,
wird ein Wert berichtigt.

Fürwitz entwertet Werte.

Riten ohne Würde verwirken ihre Substanz.

Indem man klug von Werten spricht,
ehrt man die Werte längst noch nicht.

Je mehr sich die Schönheit
ihrer bewusst wird,
umso weniger schön ist sie.

Viele Menschen haben einen Fehler,
sie denken, dass sie keinen Fehler haben.

Wer es tatsächlich mal möchte,
dass man seine Fehler bemerkt,
der beginne zu moralisieren.

Jene, die Moral mit dem Zeigefinger verkünden,
können sich damit auch gleich
an die Stirn tippen.

Will der Ringfinger
auch noch Zeigefinger sein,
verkrampft sich die Hand.

Wird einem zehnmal Wertvolles angeboten,
was kommt dabei heraus?
Man nimmt das elfte Angebot.

Was macht man mit Postwurfsendungen?
Und mit unerwünschten Ratschlägen?

Zuviel Ratschläge
bewirken Ratlosigkeit.

Wie in der Mathematik
sind die Werte mit Nullen vergleichbar.
Für sich allein bedeuten sie nichts,
aber durch das, was vor ihnen steht,
gewinnen sie an Wert.

Die Wahrheit
stellt sich gegen die Beliebigkeit.

Die Verpackung ist das Eine,
der Inhalt ist das Andere.

Das Einfache ist die Quelle
der Wertschätzung und Freude.

Im Vielen verhuschen die Werte.

Auch kleine Fehler sind Fehler.

Es sind nicht immer nur die großen Sünden,
mit denen wir es zu tun haben,
es sind viel öfter die kleinen Versuchungen,
die uns immerzu locken.

Im Verbot lauert die Versuchung.

Geht es um Werte, ist ein Wort passé:
Egal.

Achtsamkeit ist wertvoller als Träumen.

Vorsicht, wenn es heißt: Egal.
Es wird dann nicht nur fahl und schal,
so manches wird dann auch zur Qual.

Wo alle gleich sind,
ist niemand mehr zu Besonderem bereit.

Bleibst du standhaft,
halte dich nicht für engstirnig; denn
knickst du ein, wird dir faltenkraus die Stirn!

Es sind gute Fehler,
die an vergessene Werte erinnern.

Ein Irrtum kann auch Ratgeber sein.

Mag auch das Schweigen oft wertvoll sein,
so ist das Schweigen selbst kein Wert.

Sie müssen keine Angst haben,
in Stille zu verkümmern,
Sie lesen ja gerade.

Besser ein gutes Beispiel,
als zwanzig Vorschläge.

Gehen Selbst- und Wertebewusstsein
Arm in Arm, besticht das
durch genehmen Charme.

Persönlichkeitsentwicklung
geschieht nicht durch Information,
sondern durch Bewusstseinsbildung.

Aus dem Reich der Werte
erhalten die Möglichkeiten ihre Qualität.

Contenance
ist der Wille und die Fähigkeit,
sich selbst zurückzunehmen,
um seinem Gegenüber Raum zu geben.

Eine Meinung kann ich sagen,
eine Haltung kann ich zeigen.

Einstellung ist größer als Meinung,
doch werden beide
durch die Haltung gehalten.

Charakter stärkt Besonnenheit
Infinität Beliebigkeit.

Wird alles mundgerecht gemacht,
beginnt das Sabbern.

Das Begehrenswerte hält auf Distanz.

Wer nur sieht, was er sieht,
ist halbblind.

Erst das,
was sich hinter den Dingen verbirgt,
verleiht den Dingen ihren Wert.

In jeder Tugend steckt die Maxime,
sich etwas Höherem zu fügen.

So wenig,
wie durch hundert Lügen Wahrheit wird,
wird aus verdrehter Wahrheit
eine andere Wahrheit.

Polarisierung missachtet den Wertekanon,
indem aus der Wahrheit
etwas herausgeschnitten wird,
um es sodann zu verallgemeinern.

Wer sein eigener Sklave,
ist andern ein Tyrann.

Fort mit ihnen

Fort mit all den Idioten,
die uns blenden als Propheten,
in Wahrheit aber als Despoten,
humane Werte dreist zertreten.

Fort mit den Polittyrannen,
die mit Lug und Trug regieren.
Fort mit den Milizgespannen,
die als Schächer mitagieren.

Fort mit den Polithalunken,
samt ihren Schranzen, hundsgemein.
Wer seine Macht in Blut will tunken,
darf nirgendwo mehr sicher sein!

Jeder politische Scharlatan gehört enttarnt,
er meint immer nur sich selbst
und phantasiert auch noch,
es ginge nicht ohne ihn.

Der Mensch verkommt,
wenn ihn das Gute nicht mehr lockt
und das Böse nicht mehr schreckt.

Mit fehlender Ehrfurcht
beginnt die Furcht.

Das Erröten bei Scham ist das kleinere Übel,
eine Gesellschaft ohne Scham
wäre die reinste Hölle.

Alles Elend
beginnt mit der Unehrlichkeit,
die sich hinter der Macht verkriecht.

Einer bösen Handlung
kann niemals ein gutes Motiv
untergeschoben werden.

Das Gerüst der Kultur ist die Moral.

Nein, Popocatepétl nicht,
auch Chichicastenango nicht,
das schwerste Wort wohl, weit und breit,
ist schlicht und einfach
Dankbarkeit.

In jedem Drang, mehr haben zu wollen,
zeigt sich ein innerer Mangel.

Die Quelle der Habsucht ist die Angst.

Die Ignoranz von Gemütswerten
macht erbarmungslos.

Der Gewissenlosigkeit
folgt die Verrohung.

Der bildungspolitische Maßstab
einer humanistischen Wertevermittlung
entscheidet über Blüte oder Untergang einer Gesellschaft.

Solange im sozialen Umgang
Anstand, Sitte und Tugend
als Reizwörter wahrgenommen werden,
umso mehr werden sie zu Schlüsselwörtern
zur Überwindung sozialer Probleme.

Die Sitte ist nichts Antiquiertes;
wuchern schlechte Verhaltensweisen,
sprechen wir nicht umsonst
von einer Unsitte.

Die Sitte schützt davor,
nicht an uns selbst zu verfallen.

Der Sonntag ist unbezahlbar.

Wir treiben uns selbst in die Sklaverei,
je mehr wir die Moral geringschätzen.

Oft reicht schon eine ausgesprochene Frage,
um sich einer unausgesprochenen Antwort
bewusst zu werden.

Was missfällt uns denn zu Recht
an den verkeilten Moralaposteln?
Ihnen fehlt der moralische Elan!

Ethik und Moral
sind keine hochgestochenen Worte,
sie gehen vielmehr durch und durch.

Zur Moral gehört die Freiheit
und zur Freiheit
gehört die Verantwortungsbereitschaft.

Spricht die Seele,
wird ihr nur allzu schnell widersprochen.

Je mehr Hetze,
umso weniger Disziplin.

Furcht beginnt
mit fehlender Ehrfurcht.

Bringt sie es auch grandios,
so bleibt KI doch seelenlos.

Wir verlieren die geistige Freiheit,
wenn wir nicht mehr
auf die geistige Würde achten.

Ist Wissen auch verfügbar,
so ist das Gewissen unverfügbar.

Lüge ist zuallererst Selbstbelügung
gegen die bessere Einsicht des Gewissens.

Fehlen geistige Kräfte
und seelische Verankerungen,
um angemessen zu reagieren,
zehren Heimtücke und Verdruss
an Fortschritt und Gelingen.

Die Tugenden sind wie Brücken
zwischen Realität und Ideal.

Obwohl die Ordnung
einen dienenden Charakter hat,
wäre Unterwürfigkeit ihr fremd.

Gebote sind keine Verbote;
es sind Angebote, um in Ordnung zu sein.

Ordnung
ist ein sinnvoll umschlossenes Tun,
das der Willkür des Einzelnen widersteht.

Vorurteile
sind Einengungen der Wirklichkeit.

Jedes Ideal ist bedroht
durch voreilige Deutungen.

Immer umschmeicheln die negativen Kräfte das große Ich.

Wird Freiheit
mit Ausschweifung verwechselt,
macht das labil, statt stabil.

Muße ist das Gegenteil von müssen.

Es gilt, beschaulicher zu leben;
wir müssen uns öfter in Betracht ziehen.

Nicht das Brauchbare erfüllt,
es ist das Erfreuliche!

Dem Maß der Regel gegenüber
steht das Unmaß der Rekordsucht.

Aus einem fehlenden Wertebewusstsein
sprießen die Neurosen.

Die Psychosklerose
sucht die Tat außerhalb des Täters.

Auf die in einem Tun verborgene Absicht
kommt es an.

Spöttische Ironie
kokettiert mit der Beliebigkeit
und gefällt sich im Hochmut.

Das beste Bildungsferment
ist der Blick auf die Folgen.

Die Wahrheit hat es in sich,
aus sich heraus zu gehen.

Hat man erst mal einen Namen,
ist es egal, wie man heißt.

Demokratie verlangt,
dass Menschen sich sichtbar machen.

Ich bin für eine Partei,
aber gegen ihre Alleinherrschaft.

Wird Macht zu mächtig, keimt die Ohnmacht.

Der Bekennermut erfordert eine Haltung,
die hält, was sie verspricht.

Erst das Bekenntnis
macht aus der Erkenntnis einen Wert.

Erwartungen sind Regungen des Herzens;
sie setzen ein Wartenkönnen voraus.

Das Vertraute
ist immer auch das uns Zugetraute.

Fehlt es an Wertschätzung,
nimmt’s Geraffel überhand.

Das Glück ist fragil,
der Sinn ist stabil.

Sich dreinfinden ist kein Unterliegen,
es ist ein Drüberstehen.

Der kleine Bruder der Selbstvergessenheit
ist die Ehrfurcht,
ihre kleine Schwester die Heiterkeit.

Wer gern etwas macht und herzlich lacht,
kann kein schlechtes Gewissen haben.

Wer jeden Trend hinterherläuft,
wirft sich den Götzen zum Fraß vor.

Erst durch sinnstärkende Bindungen
wird Freiheit ohne Beliebigkeit möglich.

Ohne einen
für jeden verbindlichen Wertekanon
mit zeitüberdauernder Bedeutung
wird das Leben zur Qual.

Feste Regeln geben dem Leben Halt,
um sich gegen Widersacher zu schützen.

Freiheit bedeutet nicht,
eine feste Ordnung aufzugeben.

Bricht das Vage die Gewohnheit,
kippt durch Schwammigkeit Struktur.

Indem Rituale Werte hüten,
pflegen sie das Bewusstsein
und bewahren uns davor,
durchs Leben zu rutschen.

Fehlt es am Tag an Schweigen und Stille,
so fehlt es wohl auch an Wert und Fülle.

Stille wirkt sinnstärkend.

Arm sein heißt: Nicht genug haben.
Also kann auch ein Reicher arm sein.

Wenn zum Spiel die Freiheit gehört,
gehören zur Kultur die Spielräume.

Wie auch das Verlangen
noch keine Erwartung ist,
ist auch die Erwartung
noch keine Hoffnung;
denn in der Hoffnung
ist immer schon etwas da,
was jetzt eigentlich schon ist.

Hoffnung kennt keine Angst
vor der Ungewissheit.

Bei „Höherem“ streikt oft der Verstand,
das ist ihm wohl zu „erhaben“.

Mehr als das Finden
zählt das Gefundenwerden.

Schraube und Mutter sind wichtig,
aber sie wissen nichts von der Maschine.

Werden Naturgesetze
nicht durch Sittengesetze gehütet,
wird das Beste auf Erden
dem Verfall schutzlos preisgegeben.

Verfall beginnt mit Übermut.

Was wollen wir Menschen
denn nun auch noch im Kosmos,
wenn wir schon auf Erden
keine rechte Ordnung schaffen können?

Sündigt der Mensch,
leidet der Kosmos.

Moral wirkt universal.

Wissenschaft schafft Wissen,
doch nicht zugleich auch die Weisung,
wie damit gut umzugehen ist.

Der Mensch ist zwar
in Gottes Schöpfung hineingeschaffen,
er gerät jedoch in Versuchung,
nicht nur Gott zu entsprechen,
sondern ihm auch zu widersprechen.

Wir wissen zwar um unsere Grenzen,
doch wir wissen nicht um das,
was diese Grenzen setzt.

Eben weil die Natur nicht menschlich ist,
zeigt sie uns die Andersartigkeit in allem.

Weisheit beginnt mit dem Staunen.

Der Respekt vor dem Wort
schließt das bewusste Schweigen mit ein.

Wer innehält, hält das Innere;
Stille kitzelt die Seele.

Dem Fröhlichen
ist jedes Unkraut eine Blume;
dem Spitzfindigen jede Blume ein Unkraut.

Was wirklich wir besitzen,
entzieht sich unserer Willkür,
es ist Geschenk.

Begehrlichkeit erstickt den Sinn
für das wirklich Wichtige.

Die Bescheidenheit
scheidet Sinn vom Unsinn.

Großmut
ist der Mut zum Vertrauensvorschuss.

Durch einen Sinnanker gefestigt
ist die Geduld
eine nach innen hin gerichtete Tapferkeit.

Sinn zwingt sich nicht auf, offensein genügt.

Je mehr du Sinn erklären willst,
je mehr Unsinn kommt dabei heraus.

Sinn ist etwas,
was das Ich nicht geben kann,
von dem es aber ergriffen wird.

Es machten einen Unterschied,
sich dem Absoluten ausgeliefert zu sehen
oder
sich dem Absoluten überlassen zu können.

Das Gleichnis ist als Sinnbild
die einzige Form, in der es möglich ist,
Unaussprechliches anzudeuten.

Werte werden erst durch uns etwas wert.

Letztlich entrinnt keiner der scheuen Frage:
Wer möchte ich geworden sein,
wenn ich gewesen bin.

Fehlt die Schönheit, wird es unmenschlich;
die Schönheit ist der Spiegel des Göttlichen.