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Was die Seele braucht

© Otto Pötter

Emma Pötter (1926 – 2003): Sommerabend an der Ems, Aquarell 1980

Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,
Sinn und Beharrlichkeit.

Sie braucht etwas Schönes,
das empor sie hebt.
Sie braucht den Frohsinn,
solange sie lebt.

Sie braucht Orientierung,
für Gott bereit,
zum Lauschen und Ahnen
der Ewigkeit.

Lächeln

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Bist du traurig, hast du Sorgen?
Kann ich dir mein Lächeln borgen.
Nimm es nur und nütz es gut,
dass es gute Wirkung tut.

Hilft es dir und bringt’s dir Glück,
dann bring’s mir irgendwann zurück.

Nordsee

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Fahrplanstress und Kreisverkehr,
so was gibt es hier nicht mehr;
schauen wie die Wellen rollen,
Robben robbend streun und tollen.

Schlendern auf der Promenade,
wandern, fernab im Gestade;
in warmer Sonne heiß auch träumen,
indes die Wellenkämme schäumen.

Weite weiße Strände,
Dünen ohne Ende;
auf dem Wind die Wolken reiten,
prächtig, bis in ferne Weiten.

Selber locker auch mal trimmen,
radeln, laufen oder schwimmen;
um die Nas‘ gesunde Luft,
in der Nase Bratfischduft.

Den Helgoländer Hummer knacken
und beim Jever Kopp in‘ Nacken.
Doch brauset auch mal der Nordwest,
geht’s kuschelig ins Katennest.

Genießen, träumen, stillvergnügt,
Nordsee, Nordsee, das genügt.

Stuhlgang

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Etwas faltig, etwas kahl,
schleicht Karl zum Örtchen seiner Wahl.
Weil Karl nicht mehr so ganz vital
ist auch so stark nicht mehr der Strahl.

Doch auch der Gang, der mit dem Stuhle,
ist oft begleitet von Gehuule.
Also vertraut sich Karl nun dann
vertrauensvoll dem Doktor an.

Der Medikus, studiert, ganz Ohr,
nimmt sich sodann den Stuhl gleich vor.
Verblüfft ist er – und trollt sich,
Karls Stuhl erscheint ihm holzig!

Und, wie nur kann es möglich sein,
wurmstichig auch noch obendrein.
So dass nun Karl, ein wenig schnöd,
mit seinem Stuhl zum Schreiner geht.

Der Wetterfrosch

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Es hüpfte einst, ohne Dispens,
ein Frosch – mit Schwung – weg von der Ems.
Er schaute um sich so beim Schlendern,
um sich beruflich zu verändern.

So kam er an in Quakenbrücke
und sah gleich eine tolle Mücke.
Sein Quaken dort verhieß ihm Glück,
in diesem Orte, Quakenbrück.

Man könnte nun darüber lachen,
doch mit Mücken Mücken machen,
ist unumwunden genial,
zumal auch noch biovital.

So paart er klug dort seine Trümpfe
und spielt keck mit der Kunden Wünsche.
Er bläst sich auf, als hätt‘ er
im Sinn nur noch das Wetter;

verkündet’s lauthals mit Gequake
und schnappt nach Mücke oder Schnake.
Inzwischen machte er mit Ehre,
als Wetterfrosch groß Karriere –

und kann die größten Sprünge machen!
Lache, wer da noch will lachen …