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Schein und Sein

Bild: pixabay

Ich steh nicht mehr im Rampenlicht,
Komplimente werden rar.
Ob ich da bin oder nicht,
man nimmt mich kaum noch wahr.

Und schau ich in den Spiegel,
was spiegelt sich mir da?
Bin ich, mit Brief und Siegel,
noch immer der, der ich mal war –

mir selber treu und wesensgleich?
Was bin ich, und was möcht ich sehn?
Kann ich, zu andern im Vergleich,
recht gut noch zu mir selber stehn?

Schön sein mag der schöne Schein,
nicht minder schön doch auch der Kern.
Mag ich auch nicht umschwärmt mehr sein,
ich hab mich nach wie vor noch gern.


Bücher von Otto Pötter aus dem Aschendorff Verlag Münster
z.B. Vom kleinen und vom großen Ich oder Jeden Tag etwas, aber keinen Tag nichts
sind zeitlos wertvolle Lebensbegleiter

Gesinnungsfrüchte

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Die Frucht des Frohsinns
ist der Humor.

Die Frucht des Humors
ist die Freiheit.

Die Frucht der Freiheit
ist die Offenheit.

Die Frucht der Offenheit
ist die Großherzigkeit.

Die Frucht der Großherzigkeit
ist die Bejahung.

Die Frucht der Bejahung
ist die Liebe.

Die Frucht der Liebe
ist die Freude.

Die Frucht der Freude
ist der Frohsinn.

Die Frucht des Frohsinns
ist der Humor.

Worte und Gesten

Bild: pixabay

Wie ätzendes Gift oder gute Arznei
wirken Worte und Gesten oft ganz nebenbei.
Wie wir denken und reden so in der Welt,
so ist es um uns auch entsprechend bestellt.

Was unter uns weilt, ob’s hilft oder schmerzt,
es geht von uns aus, bös oder beherzt.
Es gleicht unser’m Antlitz, das Bild uns‘rer Welt,
ob lieblich und fein oder lieblos entstellt.

Mit Worten und Gesten fängt alles an.
Zwischen dem, was wir sagen, liegt Freiheit und Zwang.
Was immer wir äußern, denken und reden,
es mündet letztlich in Fluch oder Segen.

Ändere die Rezeptur

© Otto Pötter

Bild: pixabay

Kein Rührei mehr aus Leid und Klage,
aus faulen Eiern alter Tage.
Nicht was in die Pfanne hauen,
was kaum noch gut ist zum Verdauen.

Rühr‘ nicht in Sorgen, Zank und Streit.
ändere die Rezeptur!
Sei zu neuer Kost bereit,
wenn nötig, gönn dir eine Kur.

Sei zu neuem Schwung bereit.
Irgendwann wird’s höchste Zeit,
nicht weiterhin nur auszuharren.
Also ran, zieh raus den Karren!

Denke um und zeige Schneid.
Es scheint, dafür wird’s höchste Zeit:
Statt resignierend lamentieren,
Neues gerne ausprobieren!

So nicht

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Was gern du tust, das tu,
lass das Gesums recht klug in Ruh.
Denn naseweis herumzufummeln,
verleitet obendrein zum Schummeln.

Wird Wichtiges jedoch umschwindelt,
wird Unsinn dabei noch gebündelt.
Zum Schluss heißt es gar folgenschwer:
Rien ne va plus – nun geht nichts mehr.