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Sei zum Wunder mal bereit

© Otto Pötter

 

Bild: pixabay

 

Es können feinste Spinnenweben
oft wunders was zu denken geben.
Auch kann man oft nur staunen,
was sanfte Brisen manchmal raunen …

Dann halt zum Wunder dich bereit,
halte inne, nimm dir Zeit
und lass dich nicht gefangen nehmen
von Wirrwarr, Hektik und Problemen.

Rücke einfach ab ein Stück
und wage einen Seitenblick.
Halte inne, nimm dir Zeit,
sei auch zum Wunder mal bereit.

Das macht dir Herz und Seele weit –
schenkt in der Zeit dir Ewigkeit

Ambiguitätstoleranz

© Otto Pötter

 

Bild: pixabay

 

Wir können uns winden und noch so wenden,
es hat auch mit Hochmut nichts weiter zu tun,
es gibt nun mal kluge Worte, die senden
das rechte Signal, ohne jedes Vertun.

Davon ist eines in Reinkultur
hilfreich, ohne Firlefanz,
es hält uns auf der rechten Spur,
die Ambiguitätstoleranz.

Hätten wir davon nur mehr,
wie weitaus besser ging es uns!
Es liefe nicht sogleich was quer
mit Hickhack zwischen Hinz und Kunz.

Die Ambiguitätstoleranz
stärkt Groß- und Langmut ohnegleichen;
aus solch geruhsamer Distanz
kann Trotz und Ärger sich nur schleichen.

Mit Herz und Seel

© Otto Pötter

 

Bild: pixabay

 

Mit Herz und Seel‘ wird uns schnell klar,
Sinnspuren leuchten hier und da.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
gern darf’s auch etwas mehr noch sein.
Wer dazu gerne ist bereit,
der fördert Glück und Menschlichkeit.

Die Zehn Gebote

im Alltagsvers

© Otto Pötter

 

Bild privat: Himmel und Erde (Cameron Highlands Malaysia 2025)

 

Ich bin dein Gott, dein Schutz und Schild,
beachte das, was jeher gilt.
Halte dich in gutem Lote
durch diese, meine Zehn Gebote:

1. Vergötter keine Macht der Welt;
lass treu mich dir zur Seite stehn.
Ich bin dein Gott, der dich erhält,
mit mir wirst du nie untergehn.

2. Halt mich im Leben treu in Ehr‘,
bekenne achtsam meinen Namen.
So offenbart sich immer mehr
der Sinn. Sag du dazu dein Amen.

3. Verrenn dich nicht im Übermaß
in Arbeit, Stress oder Klimbim.
Tu gern auch für die Seele was,
drum sei der Sonntag dir Gewinn.

4. Seid einander zugetan
als Vater, Mutter und auch Kind.
Nehmt gern euch auch mal in den Arm,
so dass es mit der Liebe stimmt.

5. Halte an dich, niemals morde!
Leben ist das höchste Gut.
Achte Pflanzen, Tiere, Worte;
sei auch vor Rufmord auf der Hut.

6. Breche nicht den Ehebund
durch lüstern-zügellöse Gier.
Halt dich fern von Tand und Schund,
bewahre dir dein Ehrgespür.

7. Lass liegen, was dir nicht gehört,
das raubt ineins dir Glück und Ruh‘.
Auch Raffgier ohne Rücksicht stört
und macht kaputt mit jedem Coup.

8. Dein Wort sei ehrlich stets und klar,
nicht lügnerisch, auch nicht gerissen.
Ist das, was du sagst, fair und wahr,
belastet ’s auch nicht dein Gewissen.

9. Sei vor Begehrlichkeiten auf der Hut.
Der Geiz stößt ab durch Unmanier.
Wem nie genug ist Geld und Gut,
vertreibt Zufriedenheit durch schnöde Gier.

10. Nicht alles was da lockt, macht froh,
schon nicht in Sodom und Gomorra.
Allemal ist’s besser so:
Ora et labora.

Was die Seele braucht

© Otto Pötter

 

Emma Pötter (1926 – 2003): Sommerabend an der Ems, Aquarell 1980

 

Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,
Sinn und Beharrlichkeit.

Sie braucht etwas Schönes,
das empor sie hebt.
Sie braucht den Frohsinn,
solange sie lebt.

Sie braucht Orientierung,
für Gott bereit,
zum Lauschen und Ahnen
der Ewigkeit.