Header

Werte

Bild: pixabay

Drängt es der Demut, liebend zu leben,
verzehrt sich der Hochmut,
nach Geltung zu streben.

In echter Demut steckt große Weisheit.

Es gibt nicht nur eine Erbsünde, es gibt auch eine Erbtugend:
Es ist der Gewissensantrieb.

Lüge ist zuallererst Selbstbelügung
gegen die bessere Einsicht des Gewissens.

„Sollen“ bedeutet,
dass das sittlich gute Handeln
vom Wesenskern des Menschen angetrieben „ist“.

Gründet das Streben zum Guten nicht in dessen Sinnhaftigkeit,
schließt es den Menschen in sich selbst ein.
Eine Moral ohne Hygiene führt zur Neurose.

Wissen ist nicht trennbar vom Gewissen.

Die eigene Gesinnung entscheidet
über die Willensrichtung

Einer bösen Handlung
kann niemals ein gutes Motiv untergeschoben werden.

Ehrfurchtslosigkeit ist das Absterben eines Wertesinns.

Mit fehlender Ehrfurcht beginnt die Furcht.

Die Ignoranz von Gemütswerten führt zur Verrohung.

Das Gerüst der Kultur ist die Moral.

Güte durch Gutwilligkeit ist das einzig gültige Maß der Moral.

Die Sitte schützt uns davor,
nicht an uns selbst zu verfallen.

Sünde ist nicht nur eine Gleichgültigkeit dem Bösen gegenüber,
sondern besonders der Drang,
sein Ich rücksichtslos gegen das Wir zu stellen.

Sollen heißt,
dem Ganzen etwas schuldig zu sein.

Es geht nicht darum, „frei“ von etwas zu sein,
sondern frei für etwas zu werden.

Das Gebot ist ein Angebot,
um in Ordnung zu sein.

Wenn dahinter nichts vermutet wird,
springt keiner über seinen Schatten.

Erst wenn hinter dem Hindernis etwas aufleuchtet,
ist es schon so gut wie überwunden.

Aus dem Reich der Werte
erhalten die Möglichkeiten ihre Qualität.

Die Werte, an die wir uns halten,
halten uns.

Unser Charakter schützt uns gegen das Zertretenwerden.

Äußere Einflüsse
sind die Geburtshelfer inneren Wachstums.

Kultur ist die Art und Weise, wie der Geist sich lichtet.

Jemand ist gebildet,
wenn er sich an den Kulturgütern erfreuen kann
und es ihn reizt, sie selbst zu bereichern.

Die Wahrheit ist das Gegenteil von Beliebigkeit.

Die Wahrheit hat einen Beweischarakter
auf etwas Ursächliches,
sonst wäre sie keine Wahrheit.

Gutes tun, tut gut!

Die Wahrheit hat es in sich,
aus sich heraus zu wirken.

Stets ist das Böse wider den Sinn;
je böser, desto wahnsinniger.

Sein und Sinn sind nicht voneinander zu trennen,
beiden gemein ist das Sollen.

Ketzer
schneiden aus der Wahrheit etwas heraus
und verabsolutieren es.

Die negativen Kräfte
umschmeicheln immer das große Ich.

Wie werde ich glücklich?
Im Vollzug der Tugenden.

Vergebung ist nie vergeblich.

Hinter einer Klage
steckt ein blockiertes Wertbewusstsein.

Nur durch eine bejahende Unterordnung
können höhere Werte gelebt werden.
So verbinden sich Klugheit und Moral.

Die Vernunft ist das Tor zum Gewissen.

Ist Wissen auch verfügbar,
so ist das Gewissen unverfügbar.

Es gibt eine Kreisbewegung
zwischen Glauben und Vernunft.
Der Kreis schließt sich mit dem Gewissen.

Setzt das Gewissen Erkenntnis voraus,
formt der Wille den Charakter.

Warnung und Hemmung signalisieren durch das bessere Ich einen Wert,
dessen Wertschätzung und Bewahrung durch das andere Ich in Frage steht.

Das Gewissen ist die unleugbare Wahrnehmung eines höheren Anspruchs,
der in Verantwortung mündet.

Verantwortung heißt: Antwort geben
auf die mir gegebenen Lebensumstände.

Vorurteile sind Einengungen der Wirklichkeit.

Die Dialogfähigkeit setzt Standfestigkeit voraus.

Toleranz ist Achtung durch Selbstachtung.

Wer Religion bekämpft,
bekämpft zugleich die Sinnhaftigkeit des Lebens.

Großmut ist der Mut zum Vertrauensvorschuss.

Das Streben nach Glück mach glücklich.

Das Glück ist fragil,
der Sinn ist stabil.

Glück hängt nicht davon ab, was man hat,
sondern was man ist.

Gute Vorsätze können einem auch den Spaß
an schlechten Gewohnheiten verderben.

Sensationslust
ist geistige Energieverschwendung.

Es braucht einen guten Grund,
um nicht zugrunde zu gehen.

Man sollte sich öfter einmal fragen,
wo Leben unter schwierigen Umständen geglückt ist.

Frei werden wir nur in einem geordneten Leben
mit festen Strukturen.

Liebe heißt Jasagenkönnen.

Freiheit ist mehr als eine Auswahl an Handlungen,
sie gründet sich in stabilen Haltungen.

Klugheit zeigt sich darin,
etwas im Licht der Zeit zu betrachten,
die Dummheit darin, es dem Zeitgeist zu opfern.

Von Zeit zu Zeit kommen Menschen in die Welt,
die es ermöglichen, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Jedes Ideal ist bedroht von voreiligen Deutungen.

In der Natur ist Sinnlosigkeit unmöglich.

Wie schal wäre das Leben,
hätten wir keinen Sinn für den Sinn.

Nicht Glück haben,
Glück empfinden,
darauf kommt es an.

Es lässt sich mit Widersinnigem
oft gut etwas versinnbildlichen.

Nichts ist für sich allein nur gut.

Solange wir von etwas erfüllt sind,
wofür zu leben es sich lohnt,
solange sind wir gut zufrieden.

Sinn ist nicht Wissen, sondern Vertrauen.

Ohne Sinn ist alles nichts.

Der Sinn ist vergleichbar mit der Achse eines Wagens,
die trägt und trägt, und nur so, immer wieder tragend,
Belastung und Bewegung ermöglicht.

Sinn ist etwas,
was das Ich nicht machen kann,
von dem ich aber ergriffen sein muss.

Das Bewusste schenkt Erfüllung.

Wir verlieren die geistige Freiheit,
wenn wir nicht mehr auf die geistige Würde achten.

Hilfe im Sterben ist würdevolle Begleitung;
Hilfe zum Sterben, rigide Tötung.

Wir wissen zwar, dass wir sterblich sind,
aber wir leben nicht danach.

Nur das Herz ermöglicht uns eine Ahnung von dem,
worüber wir uns den Kopf zerbrechen.

Nur Werte ermöglichen es uns,
über uns selbst hinauszuwachsen.

Die Tugend der Weisheit
erfordert Zuversicht und Hingabe.

Weisheit ist die Kunst, bewusst zu leben
und aus Verlusten Gewinne zu ermöglichen.

Während die Freude oft flüchtig ist,
kann die Traurigkeit auch hellhörig machen für mehr.

Die Bescheidenheit
scheidet Sinn vom Unsinn.

Der Genügsame lässt los und gewinnt alles,
der Anspruchsvolle ist auf sich fixiert
und verliert alles (Joh 12,25).

In der Einfachheit liegt die Quelle
der Wertschätzung und Freude.

Die Höflichkeit schmückt den Eingang des Hauses.

Wo Zank und Streit, da ist Partei,
zugleich damit Rechthaberei.

Blick nicht zurück im Zorn,
blick ein Stück nach vorn.

Wo Friede ist, ist auch die Demut,
zugleich damit auch keine Wehmut.

Demut ist nicht Unterwürfigkeit,
sie ist der Mut, Größeres anzuerkennen.

Die Demut streckt sich nach dem Licht in der Dunkelheit.

Einzig das Leben, das den Tod bedenkt,
schenkt Maßstäbe, dem Leben Wert zu verleihen.

Bedenkenswertes

Bild: pixabay

Der Mensch lebt quasi als ein Doppelwesen,
das sozusagen als Verpuppung
eine höhere Form in sich birgt.

Was wirkt, wirkt nicht an sich, sondern durch sich.

Liebe macht sehend,
nur Eigenliebe macht blind.

Erst das Bekenntnis macht aus der Erkenntnis einen Wert.

Philosophie ist nicht nur reine Erkenntnis,
der Erkenntnis geht die innere Einfühlung voraus.

Philosophie ist nicht in erster Linie die Liebe zur Wahrheit,
sie ist die Liebe zur Weisheit.

Jede Wahrnehmung spiegelt die eigene Biografie.

Freiheit ohne Ideal wird zur Ausschweifung
und endet im Verdruss.

Wahre Muße ist eine Weile zweckfreies Dasein,
die zur Kontemplation führt.

Mit Der Uhr in der Hand
betrügen wir uns um die Fülle der Zeit.

Wenn wir andere verletzen, erzeugen wir Situationen,
in denen wir niemals geistigen Frieden finden.

Das Böse am Bösen ist,
dass man das Verletzen genießt.

Wer Verwerfliches lobt, disqualifiziert sich selbst.

In der Versuchung geht es immer ums Ganze.

Ist die Welt und damit auch unsere Existenz „wissbar“?
Unmöglich, darauf Endgültiges sagen zu können.

Was der Geist durchwirkt, bewirkt die Seele.

Ein Satz kann oft nur ein Ansatz sein.

Selbst bei sechstausend Sprachen
spricht doch jeder Mensch noch anders.

Ein gutes Wort möchte etwas einfangen,
was jenseits vieler Worte liegt.

Spricht die Seele,
wird ihr nur allzu schnell widersprochen.

Beachte für den Lebenspfad
diesen guten Lebensrat:
Vier Dinge bitte nicht vergessen,
und diese ruhig auch mit Finessen.
Das Ohr mit feinem Klang verwöhnen,
das Auge ebenso mit allem Schönen.
Und drittens lieben, glauben, hoffen,
dann steht der Himmel dir stets offen!

Das Platonsche Höhlengleichnis zeigt,
(Blick richtet sich nur auf die Schatten an der Wand)
dass einseitige Deutungen unserer Existenz
richtig sein können, nie aber ganz richtig.

Das Gleichnis ist als Sinn-bild die einzige Form,
in der es möglich ist, Unaussprechliches anzudeuten.

Die Träume dreh’n sich um Gefühle;
sie drehn‘ sie durch die Eindrucksmühle.
Heraus kommt, nicht ganz einerlei,
oft ein pikanter Seelenbrei.

Wer eine Überwirklichkeit ablehnt,
verwirklicht durch Einfalt die Vielfalt.

So wenig wir wissen, woher Geist und Kultur stammen,
wissen wir, wohin sie streben und was sie letztlich bewirken.
Für beide ist der Kosmos offen. Der Geist ist nicht erdenschwer.

Sinn ist ein Sollen,
das sich am Sein orientiert.

Die Welt ist nicht nur Gegenstand des Wissens und Erkennens,
sondern weit übernatürlicher auch
ein mit Freude verbundenes Angebot an Achtung und Wertschätzung.

Wahrheit beruft sich
auf eine stabile allgemeingültige Erkenntnis,
wodurch sie der stärkste Kulturfaktor ist.

Das Schöne sucht
die Faszination des Ewigen in der Wirklichkeit.

Die Deutung geht der Bedeutung voraus.

Eben weil wir uns unsere Gottähnlichkeit selbst zuerkennen,
müsste uns der Zustand unserer Welt mehr als beschämen.

Wem es an Demut und Wertschätzung mangelt,
macht mehr kaputt, als heil.

Der Egoist bewahrt sich, statt sich zu bewähren;
aber eine Eins, wenn auch tausendmal mit sich selbst multipliziert,
bleibt eine Eins.

Je mehr Abstand ich zu mir selbst einnehme,
umso mehr Freiheit gewinne ich.

Berufung braucht keine Bewerbung.

Fehlt es an ordentlichem Walten,
lauert die Gewalt.

Das Zauberwort für Liebe heißt: Für dich.
Das Zauberwort der Triebe heißt: Für mich.

Liebe macht sehend,
nur Eigenliebe macht blind.

Wenn wir uns als Geschöpfe bezeichnen,
setzt das einen Schöpfer voraus.

Ehrfurcht ist keine Furcht,
sondern Wertschätzung einer höheren Fügungskraft,
die vor einem willkürlichen Verfügen bewahrt.

Werden die besten Absichten vom großen Ego unterdrückt,
geht die Welt zum Teufel.

Die Klugheit baut Brücken
zwischen Realität und Ideal.

Die Realität und deren Bewertung
mündet in verantwortlichen
Folgeerkenntnissen.

Nächstenliebe
ist mehr als ein Akt kultureller Begegnung.

Zwischen Ja und Nein
war es oft die Kurzatmigkeit,
sich für sein Ideal totschlagen zu lassen.

Erwartungen
setzen das Wartenkönnen voraus.

Die Geduld ist eine nach innen hin gerichtete Tapferkeit,
die den Verdruss überwindet und durch Langmut lange Mut gibt.

Ein Gewährenlassen ist noch kein Geltenlassen,
ein Gestatten noch kein Stattgeben,
aber es sind Annäherungen hin zur Mitte.

Der Dämon lauert im Absoluten.

Je mehr verabsolutiert, zersetzt, verzerrt
und relativiert wird,
umso mehr Selbstzerstörung.

So wichtig der Wille auch sein mag,
kürt er nur sich selbst, entsteht Willkür.

Der Kern aller politischer Katastrophen
ist mangelnde Charakterbildung.
Fehlt es an humanistischer Bildung,
kann es nur schlimmer, statt besser werden.

Wer gewählt werden will, müsste als Voraussetzung
einen qualifizierten Bildungsnachweis erbringen.

Das beste Bildungsferment
ist der Blick auf die Folgen.

Die Psychosklerose sucht die Tat außerhalb des Täters.

Wird Schuld vernebelt, ist die Hölle los.

Auch ein Nichttun kann schuldig machen.

Wo die Freiheit beginnt, hört auch das Willen und Wollen auf;
entweder ich sage Ja oder Nein,
dann ist alles weitere Reden überflüssig,
oder ich winde und wende mich,
dann steht mir die Angst im Wege.

In Gleichgültigkeit und Verflachungen
gärt die Pandemie des Geistes.

Um aus der Falle zu rollen,
ist es hin und wieder ganz gesund, aus der Rolle zu fallen.

Was stimmt, ist nicht zugleich auch immer stimmig.

Das Denken formt den Willen
und der Wille die Lebensgestaltung,
die im Bewusstsein ihren Wert erfährt.

Neutralität ohne Ant-Wort
offenbart Unmündigkeit.

Toleranz muss einen Sinn haben,
sonst liegt sie sich wund.

Die Indifferenz funktioniert nur solange,
wie es keine ernsten Schwierigkeiten gibt.

Mut tut gut.

Wird Toleranz zur Indefferenz,
fehlt die Hefe im Teig.

Das Denken formt den Willen
und der Wille die Lebensgestaltung,
die im Bewusstsein ihren Wert erfährt.

Wiederholen ist geistige Bevormundung;
Wieder-Holung ist Neubelebung.

Wenn wir aufhören,
die Fehler und Leiden unseres Lebens wegzuwünschen,
wird Unmögliches möglich.

Der Hochmut gefällt nur sich selbst
und leugnet, dass im Mut die Angst steckt,
echter Mut also auch immer De-Mut ist.

Tapferkeit ist eine Zu-Mutung,
die aus gutem Grund
auch immer bestanden sein will.

Der Bekennermut erfordert eine Haltung,
die hält, was sie verspricht.

Das Martyrium zeigt,
dass es kein Heil ohne die Wahrheit gibt.

Wir sind nicht das Gute selbst,
sondern nehmen nur daran teil.

Wenn es etwas typisch Menschliches gibt,
so ist es die Mit-teilung.

Die Hauptursache der Verzweiflung
ist die Flucht vor der Angst,
während der Mut im direkten Gegenüber zur Angst steht.

Unterdrückt der Verstand die Begeisterung,
lauert die Schwer-Mut.

Nur was erhellt, das hält.

Überfluss kann seelischen Mangel bewirken.
Mangel kann seelisch bereichern.

Trauer ist der Preis der Freude.

Leid verbindet oft zum Glück.

Weil die Sehnsucht die Liebe treibt,
wirkt die Liebe über die Vernunft hinaus.

Wird der Trieb zum Vertrieb,
wird er zum Widersacher des Lebens.

Gier ver-lebt.
Beschränkung be-lebt.

Je mehr das große Ich wuchert,
umso rücksichtsloser wird das Verlangen.

Der besessen Neugierige sucht nicht nur neue Erkenntnisse,
er rührt nur in diesen Erkenntnissen herum,
ohne sie in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Ohne Bewusstseinsbildung
kommt die Wirklichkeit zu kurz.

Das Licht existiert, obwohl es für uns
nur durch Gegenstände sichtbar wird.

Das Licht hat keine Farbe.
Aber ohne Licht gibt es keine Farbe.

Schraube und Mutter sind wichtig.
Aber sie wissen nichts von der Maschine.

Das Teil kann nicht das Ganze erkennen.

Wenn wir von Naturgesetzen reden,
stellt sich die Frage nach dem Gesetzgeber.

In allem steckt mehr.

Unverhofftes schenkt neue Hoffnung.

Keiner kann das kommende Leben
schon heute auf einmal leben.

Der Mensch ver-endet nicht,
sondern voll-endet sich.

Der Tod wird mit der Geburt mitgeboren;
er ist am Ende kein Umbringen,
sondern ein Vollbringen.

Nahtoderlebnisse
sind keine Nachtoderlebnisse.

Das Sterben liegt kurz vor dem Ziel,
der Tod dahinter.

Glaube + Spiritualität

Bild: pixabay

Die Mythologie
ist der Ursprung der Geschichte
und der Weitsprung in die Geschichte.

Nicht Gott hört auf, Gott zu sein,
weil angeblich die Menschen Seiner nicht mehr bedürfen;
wohl aber wird der Mensch immer weniger Mensch,
wenn er glaubt, ohne Gott Mensch sein zu können.

Man kann auch ohne Gott leben,
aber mit Ihm lebt es sich besser.

Der Glaube macht gelassen,
weil man sich im Letzten dem Absoluten überlassen kann.

Was ist Glaube?
Vertrauen dem Leben gegenüber.

Glauben ist immer ein Schritt von sich weg,
hin auf etwas, was über uns selbst hinausweist.

Welt und Schöpfung sind nicht,
sie werden.

Was Wahrheit ist in der Religion?
Siehe Joh 18,38
Sie ist nicht im Kopf zu finden, sondern im Herzen.

Religion flüchtet nicht vor der Realität,
sie versucht, das Existierende zu veredeln,
den Geist zu befreien
von den Fesseln der Gegebenheiten.

Besser glauben, als grübeln.

Was unser Leben so anstrengend macht?
Wir vergessen die Gnade.

Wer meint, viel von Gott zu wissen, verfehlt ihn.

Im Prozess gegen Gott
macht man sich selbst zum Götzen.

Wir haben viel Wissen,
aber kaum noch Gewissheit.

So, wie man dem Unreifen die Reife nicht verständlich machen kann,
wird man auch den Glauben nicht wissenschaftlich finden.

Wirkt mit Geist die Geistlichkeit,
stärkt das zugleich Menschlichkeit.

Das Gewissen ist die Veredelung des Selbstbewusstseins.

Wer das Leben in sich sprechen hört,
wird vom Gerufenen zum Berufenen.

Alles bleibt sich gleich
und doch ist im Licht des Glaubens
alles gleich ganz anders.

Wer glaubt, braucht keine Beweise,
Hinweise genügen ihm.

Es ist wider die Natur,
irgendwann nicht mehr sein zu wollen.

Die Wurzel von Heilig ist Heil,
nicht kaputt sein;
wer könnte das nicht wollen?

Heilige sind Beispiele und Mahnungen dafür,
dass wir uns in den irdischen Aufgaben und Sorgen nicht verlieren,
dafür umso mehr das im Auge behalten, was über uns selbst hinausweist.

Das Heil ist nicht für alle gleich;
ich bin ununterbrochen an meinem Heil beteiligt.

Wenn ich davon ausgehen kann, im Leben geleitet zu sein,
bedarf es meinerseits eine Einwilligung ins Geleitetsein!
So fügt sich der eigene Wille
in die Synchronisation mit dem Höheren.

Der Glaube ist nicht das Heil,
er ist der Weg zum Heil.

Wer von Gott spricht,
muss nach vorne hin offen sein.

Der Glaube erfüllt, die Liebe gibt.

Fehlt dem Glauben die innere Gewissheit,
hat der Aberglaube leichtes Spiel.

Brechen stärkende Obervorstellungen,
drängen furchterregende Untervorstellungen nach oben.

Religion darf keine geordnete Magie sein;
Magie ist ein Sakrileg.

Die Magie verfällt dem Wahn,
Gott in die Verfügungsgewalt des Menschen zu bekommen.

Gott hat keine Eigenschaften,
Gott ist. Er ist, der Er ist.

Gott wirkt durch Zweitursachen, die da sind:
Schöpfung, Natur und Mensch

Ohne das Licht wäre die Sehkraft bedeutungslos.

Wir leben in einer Welt mit vielen Wirklichkeiten (Wahrheiten);
die alle auf eine ursächliche Wirklichkeit hinweisen (Weisheit).

Als Menschen
stehen wir mit den Füßen auf der Erde
und berühren mit der Stirn den Himmel.

Wir leben Wand an Wand mit dem Absoluten.

Der Glaube
lenkt den Blick auf die Achtsamkeit
und diese auf Sinnzusammenhänge.
So klärt sich das Wesen der Dinge.

Der Glaube darf nichts Statisches sein,
er muss sich im Licht der Zeit spiegeln,
also mitten im Leben das Leben prägen.

Ahnung ist mehr als Wissen.

Je mehr du Sinn erklären willst,
je mehr Unsinn kommt dabei heraus.

Glaube baut auf das Vertrauenkönnen,
also auf Glaubensinhalte
mit prädikativen Aussagen,
die in einem Bekenntnis münden
und in Symbolen verdeutlicht werden.

Gott
offenbart sich mehr in dem, was er nicht ist,
als in dem, was er ist.

Wer wäre schon mit seinem Glauben fertig?
Mit einem fertigen Glauben kann ich andere fertig machen,
mit einem suchenden andere besuchen.

Fehlen dem Bewusstsein transzendente Sinngehalte,
leidet das Wahrheitsempfinden.
So ist „gut“ mehr als „zweckdienlich“.

Glaube und Sinn sind heilende Fiktionen,
die jenseits dessen liegen,
was Wissenschaft und Vernunft dem Menschen geben können.

Erfahrung ist nicht nur sehen, sondern empfinden.
Die Empfindung trägt den Sinn in sich.

Die größten seelische Kräfte
sind die Erschütterung und das Staunen.

Sich von Berührtem anrühren zu lassen, gleicht einem Gebet.
Dabei scheint das Unberührbare durch.

Je ungewisser das Empfinden,
umso notwendiger das Gebet.

„Ein hörendes Herz“ (1 Kön 3, 2-15),
erfordert mehr Liebe als Wissen.

„Amen“ ist oft das beste Wort.

Hoffnung und Zuversicht gibt es nur für die Nichtfertigen,
für die Suchenden, die darauf vertrauen,
dass das Wesentliche noch kommt.

Mystische Erfahrungen brauchen keine Erklärungen.

Angst zerbricht
an glaubensstarker Zuversicht.

Im Glauben wächst Hoffnung,
im Atheismus Verzweiflung.

Wir kommen nur aus dem Glauben zum Glauben.

Gott gibt seine Gnade nicht auf Vorschuss.

Glaube und Liebe sind Motivationen des Künftigen,
was heute wirkt.

Wirklichkeit ist das, was erfahrbar ist.

Möglichkeit und Wirklichkeit
ziehen sich gegenseitig an.

Gläubige sind wie Magnetnadeln;
man mag sie drehen wie man will,
sie wenden sich dem einen Pol zu.

Der Surrealismus von Ewigkeit und Transzendenz
erschließt sich uns nur durch ein Sinnempfinden.

Der Erlösung
geht immer eine Lösung voraus.

Umkehr bewirkt Heilung.

Hoffnung ist die Brücke
zwischen Himmel und Erde.

Sinnverlust ist die Obdachlosigkeit der Seele.

Gebet und Gesang sind das Einatmen der Seele;
Stille und Schweigen das Ausatmen.

Manche sind Christen, ohne es zu wollen.

Wer zu Gott aufschauen kann,
kann auf die Menschen nicht herabschauen.

Gott lässt sich nicht kleinkriegen.
Der Glaube auch nicht.

Von Heiligen geht Heil aus, das erschüttert.
So wurde Mechthild von Magdeburg (1207 – 1282)
von Stadt zu Stadt vertrieben, weil sie eine beseelte Begine war,
die es aus christlicher Nächstenliebe wagte,
gegen die Gier der Reichen aufzubegehren,
um mehr Heil, statt Unheil zu bewirken.

Die Kirche ist eine heilsame Widerstandsbewegung
gegen die Gleichgültigkeit der Welt.

Propheten verkünden Gottes Auflehnung
gegen Schande und Ungerechtigkeit.

Mystiker werden deshalb oft verfolgt,
weil sie unerlaubt fromm sind.

Frömmigkeit ist die Treue im Glauben.

Nur mit dem Blick auf den Himmel
können wir auf der Erde menschlich leben.

Wird die Sünde geleugnet,
feiert der Teufel fröhliche Urständ.

Jede Sünde wurzelt in einem Mangel an Selbsterkenntnis,
indem man sich etwas anmaßt, was einem gar nicht zusteht.

Sünde ist vor allem auch eine christliche Verschlafenheit
gegen den Zynismus der Welt.

Sünde ist der Widerspruch zur eigenen Vernunft.

Die Sünde
manifestiert die „theo-logische“ Bedeutung der Schuld.

Seligkeit kommt von Seele;
sie ist mehr als Harmonie.

Gott ist Stütze mir und Licht;
Gottes Geist verlässt mich nicht.

Das religiöse Empfinden der Mystik
übersteigt die theologische Bewertung.

Gott wird’s schon wenden ohne Klag,
Gott sei gepriesen, Tag um Tag.

Wird uns der Tod zum göttlichen Geheimnis,
können wir getrost das Zeitliche segnen.

Verstorbene gehen nicht nur weg,
sie kommen auch an.

Das irdische Sterben
ist die himmlische Geburt.

Der Tod ist nicht das Ende,
er ist die Wende.

Du guter Gott, an unserm End
schenk Leben, dass kein Ende kennt.
Führ uns, mit Jesu treu Geleit,
ins Licht Deiner Glückseligkeit.

Ist von Gott die Rede,
ist das Ende der Sprache erreicht.


Bücher von Otto Pötter aus dem Aschendorff Verlag Münster
z.B. Vom kleinen und vom großen Ich oder Jeden Tag etwas, aber keinen Tag nichts  
sind zeitlos wertvolle Lebensbegleiter

Die Zehn Gebote im Alltagsvers

Ich bin dein Gott, dein Schutz und Schild,
drum achte das, was jeher gilt.
So halte stets in gutem Lote,
diese meine Zehn Gebote:

Bild: pixabay

1. Vergötter keine Macht der Welt;
lass Mich dir treu zur Seite stehn.
Ich bin dein Gott, der dich erhält,
mit Mir wirst du nie untergehn.

2. Halt Mich im Leben treu in Ehr‘;
bekenne achtsam Meinen Namen.
So offenbart sich immer mehr
der Sinn. Sag du dazu dein Amen.

3. Verrenn dich nicht im Übermaß
in Arbeit, Stress oder Klimbim.
Tu gern auch für die Seele was,
drum sei der Sonntag dir Gewinn.

4. Seid einander zugetan
als Vater, Mutter oder Kind.
Nehmt euch auch gern mal in den Arm,
so dass die Liebe wieder stimmt.

5. Halte an dich, niemals morde!
Leben ist das höchste Gut.
Achte Pflanzen, Tiere, Worte;
sei vor Rufmord auf der Hut.

6. Breche nicht den Ehebund
leichthin aus zügelloser Gier.
Befasse dich auch nicht mit Schund,
bewahre dir ein Ehrgespür.

7. Lass liegen, was dir nicht gehört.
Raub und Stehlen bringt kein Glück.
Auch Raffgier ohne Rücksicht stört
und macht kaputt nur, Stück für Stück.

8. Dein Wort sei ehrlich stets und klar,
nicht zweischneidig oder gerissen.
Ist das, was du sagst fair und wahr,
belastet ’s auch nicht dein Gewissen.

9. Sei vor Begehrlichkeiten auf der Hut.
Der Geiz stößt ab durch Unmanier.
Wem nie genug ist Geld und Gut,
vertreibt das Glück durch seine Gier.

10. Nicht alles was da lockt, macht froh,
schon nicht in Sodom und Gomorra.
Weitaus besser ist es so:
Ora et labora.

Das möchte ich

Otto Pötter (2010)

Bild: pixabay

Ich möchte glauben, dort,
wo ich das Ganze nicht mehr sehe
und ich als Mensch es nicht verstehe;
da, wo verstummt das klügste Wort.

Ich weiß in Demut, dass mein Blick
das Ganze nicht erkennen kann.
Doch glaub ich, dass ich irgendwann
weit mehr erkenn‘, als nur ein Stück.

(1. Kor 13,12)

 

Bild: Christoph Volmering, Rheine (2022)

 

„Paz y Alegria“ (Friede und Freude).als Vermächtnis des mexikanischen Bischofs Jesús Sahagún de la Parra (* 01.01.1922), Ordinarius der Diözese Tula von 1961 – 1985, anlässlich seines einhundertsten Geburtstages am 01.01.2022 in Uruapan, Mexico (Michoacán):

„Nur durch gegenseitigen Respekt unserer kulturellen Wurzeln
sind Fortschritt, Frieden und Freude durch Gottes Heil möglich.“

Jesús Sahagún de la Parra

 

Bild: pixabay

Die kulturhistorischen Atlanten von Tula de Allende in México (Hidalgo)