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Mehrdeutiges

Zitate und Aphorismen

von Otto Pötter

Bild: Atelier Kargel, Knut Kargel, 2017

Sie müssen keine Angst haben zu verkümmern,
Sie lesen ja gerade …

Im Prinzip wär alles froh und heiter,
gäb’s bloß nicht die Prinzipienreiter!

Jedes Ideal ist bedroht
von voreiligen Deutungen.

Nur was erhellt, das hält.

Durch ein wenig mehr Ruhe und Umsicht
gewinnt das Denken und Tun
sogleich viel mehr an Bedeutung.

Die Stille lässt uns besser hören.

Es gibt auch eine Gehörlosigkeit im Hören,
nämlich im Nichtverstehen(wollen).

Das Wort lebt vom Gedanken;
der Gedanke aber vom Schweigen.

Fehlen dem Tag Zeiten des Schweigens und der Stille,
so fehlt es ihm letztlich an Wert und Fülle.

Muße ist das Gegenteil von müssen.

In der Einfachheit liegt die Quelle der Wertschätzung.

Die Bescheidenheit scheidet Sinn vom Unsinn.

Laster blendet – Überwindung leuchtet.

Nicht was wir gewinnen,
sondern was wir ersparen macht uns reich.

Immer nur sich selbst verwöhnen,
fördert Missmut nur und Stöhnen.

Neu orientieren durch reduzieren.

Stress ist weniger eine Frage der Zeit,
sondern vielmehr eine Frage des Lebensstils.

Zuviel Wollen vertreibt den Sinn.

Die besten Sinnelemente sind
Maß, Ordnung und Zeit.

Sinn ist eine heilende Fiktion,
die jenseits dessen liegt,
was Vernunft und Wissenschaft
uns Menschen geben kann.

Die Achtsamkeit lenkt den Blick auf Sinnzusammenhänge.

Sinnverlust
ist die Obdachlosigkeit unserer Seele.

Wenn stärkende Obervorstellungen zerbrechen,
drängen furchterregende Untervorstellungen nach oben.

Frömmigkeit ist die Brücke zwischen Himmel und Erde.

Wir sind nicht das Gute selbst,
sondern nehmen nur daran teil.

Die Hauptursache von Verdruss und Unzufriedenheit
ist die Dankbarkeitsvergessenheit.

Die Achtsamkeit klärt das Wesen der Dinge.

Achtsamkeit und Duldsamkeit auf etwas Wesentliches hin
überwindet Schwermut und Sorgen.

Während die Freude oft flüchtig ist,
kann die Traurigkeit auch hellhörig machen für mehr.

Das wichtigste Gut ist nicht die Gesundheit,
sondern die Zufriedenheit durch Sinnerfüllung.

Zur Gesundheit gehört unbedingt auch
eine Hygiene des Geistes und der Seele.

Die Gesunden und die Kranken
haben zweierlei Gedanken.

Hintergedanken sind hindernde Gedanken.

Die schlimmsten Katastrophen finden im Kopf statt.

Worte wirken weiter.

Wir verlieren die geistige Freiheit,
wenn wir nicht mehr auf unsere geistige Würde achten.

Bordelljargon und nackter Po,
hebt das etwa das Bildungsniveau?
Obszönes Gehabe als Krönung der Show
verwechselt’s Theater mit einem Klo.
Hinweis:
Niveau ist keine Handcreme!

Durch Reizüberflutung schrumpft die emotionale
und verkümmert die soziale Intelligenz.

Begehrlichkeit erstickt das Gefühl
für das wirklich Wichtige.

Unzufriedenheit bewirkt Versuchung,
Versuchung vernebelt die Wirklichkeit.

Nur wer loslassen kann,
hat auch sein Leben im Griff.

Enttäuschungen sind bittere Antworten
auf falsche Erwartungen.

Fehlt die Kraft der Einsicht und Geduld,
ist das Temperament größer als die Klugheit.

Nur sinnvolle Beweggründe
machen uns zuversichtlich und stark.

Der Erlösung geht immer eine Lösung voraus.

Umkehr bewirkt Heilung.

Es wird nur anders, wenn wir uns ändern.

Wirklich hinter dir steht,
wer sich auch mal vor dich stellt.

Glück liegt im Sich-finden;
Unglück im Sich-verlieren.

Wir müssen uns in Betracht ziehen
und einfach etwas beschaulicher leben.

Es braucht einen guten Grund,
um nicht zugrunde zu gehn.

Gabe ist immer Aufgabe zugleich.

Es weckt unsre Stärke ein sinnvolles Ziel;
wir wollen das Beste – und doch nicht zuviel.

Statt zu fragen: Was ist für mich gut,
frage lieber: Wofür bin ich (noch) gut?

Beharrlichkeit schützt das Wesentliche
und bewahrt vor Unzufriedenheit und Resignation.

Sei zufrieden, das heißt:
Schließe Frieden mit dir selbst.

Niemand kann dir den Frieden nehmen,
wenn du ihn in dir trägst.

Weisheit ist die Kunst, bewusst zu leben –
und so aus Verlusten Gewinne zu ermöglichen.

„Ein hörendes Herz“ (1 Kön 3, 2-15),
ist ein Zeichen der Weisheit.

Die Tugend der Weisheit
erfordert mehr Liebe als Wissen.

Die Höflichkeit schmückt den Eingang des Hauses.

Nicht Glück haben, Glück empfinden,
darauf kommt es an.

Glück hängt nicht davon ab, was man hat,
sondern was man ist.

Dem Tüchtigen strahlt sein Gesicht;
denn Glück alleine macht es nicht.

Das Leben ist ein Werdegang.

Angst zerbricht
an glaubensstarker Zuversicht.

Je ungewisser das Empfinden,
umso notwendiger das Gebet.

Wer zu Gott aufschauen kann,
kann auf Menschen nicht herabschauen.

Gute Sprüche, weise Lehren,
muss man üben, nicht nur hören.

Ein Blick ohne Einblick
trübt Durchblick und Weitblick.